Hall Barocker Stadtsaal
Schulgasse 1
6060 Hall in Tirol, Österreich
Die Erzherzoginnen Magdalena und Helena errichteten neben dem Damenstift und dem Jesuitenkloster auch ein Gymnasium, das 1573 eröffnet und von Jesuiten betreut wurde. Daran angrenzende Häuser wurden in den Jahren 1621-30 als Konvikt zur Unterbringung für Studenten erworben. Nach den schweren Erdbebenschäden von 1670-1690 wurde das Gymnasium 1709/10 renoviert. 1718-21 erfolgte ein Neubau, wobei der Theater- und Kongregationssaal in das Konviktsgebäude eingegliedert wurde. Mit der vorläufigen Aufhebung des Jesuitenordens blieb das Gymnasium ab 1773/74 vorübergehend geschlossen. Später übernahmen die Franziskaner seine Leitung. Seit 1775 ist hier auch eine allgemeine Schule untergebracht. Das Gymnasium übersiedelte 1899 in die Kathreinstraße.
Im Theater- und Kongregationssaal, heute „barocker Stadtsaal“ genannt, wurden einst die berühmten lateinischen Jesuitenspiele gezeigt. Er ist zweigeschoßig und besitzt an der Südseite eine Emporengalerie. Reich profilierte Gesimse begrenzen das mit Rundmedaillons ausgeschmückte Muldengewölbe. Von den Fresken aus der Hand des Haller Malers Kassian Lorenz Andre ist die Vermählung Mariens im südlichen Deckenmedaillon erhalten. Nach dem Zweiten Weltkrieg erfuhr der Saal umfangreiche Renovierungen. Das Mittelfresko wurde von Armin Amann neu gestaltet, Heinz Weiler malte das nördliche Rundmedaillon und Stuckreliefs von Ilse Glaninger zieren die Nordwand. Wandrahmen aus Stuck trugen einst Leinwandbilder jesuitischer Heiliger. Reste eines weiteren Theatersaals finden sich an der Schulgasse einen Halbstock höher.
öffentliche Anreise:
vom Bahnhof Hall in Tirol mit dem Bus Linie 4125 bis zur Station "Unterer Stadtplatz".




