Soziologe und Sozialpsychologe Harald Welzer und Jurist und Nachhaltigkeitsmanager Werner Wutscher im Gespräch mit Johannes Kaup. Die Finanz- und Wirtschaftskrise, die Rohstoffknappheit, der fortschreitende Klimawandel und der Vertrauensverlust in die herkömmlichen Formen der Politik haben eines gemeinsam: Sie sind Symptome einer Krise des gesamten Systems, das nicht nachhaltig und daher nicht zukunftsfähig ist. Mit apokalyptischen Untergangsszenarien und einer Verzichtsrhetorik wird der Wandel allerdings nicht zu schaffen sein. Nötig sind praktische Visionen eines guten Lebens und eines ökologisch und global sozial gerechten Wirtschaftens. Qualitatives Wachstum, Zeitwohlstand, Beziehungsreichtum, Genuss, Freude und breite Partizipationsmöglichkeiten sind Früchte einer – von Harald Welzer geforderten – "Kulturrevolution des Alltags". Es ist höchste Zeit, sich mit Veränderungsprozessen zu befassen. Nur wer versteht, wie Wandel geschieht und gelingt, kann diesen auch beeinflussen. Johannes Kaup diskutiert mit Harald Welzer und Werner Wutscher. Der Soziologe und Sozialpsychologe Harald Welzer ist Direktor des Center for Interdisciplinary Memory Research am Kulturwissenschaftlichen Institut in Essen. Werner Wutscher ist Jurist und Nachhaltigkeitsmanager, er war von 2000-2007 Generalsekretär im Lebensministerium und von 2007 bis 2011 Vorstand der REWE International AG. Eine Veranstaltung des ORF RadioKulturhauses in Kooperation mit Ö1, ORF III Kultur und Information, dem Ökosozialen Forum und der Wiener Zeitung. Im Anschluss daran findet die "Im Zeit-Raum"-Lounge im ORF KulturCafe statt, bei der Publikum und Gäste das Thema noch vertiefen können.
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