“Männertraum” heißt das brandneueAlbum und fragt man bei Frau Brigitte Jazz etwas direkter nach, erhält man eine noch direktere
Antwort: “Es is jo a so!”. Es folgt eine kurze Pause zum Luftholen und dann präzisiert die Wienerin, die heute im ruhigen
Niederösterreich lebt: “Es geht in den Liedern, die auf dieser CD sind, vor allem um eines, um die Liebe und dazu gehört aber auch,
dass man über sich selbst lachen können muss, aber unterm Strich bleibt: Jeder Mensch hat jemandem der einen liebt und der ist
dann für die- oder denjenigen der personifizierte Traum”. Gitti hat Recht. Aus ihr spricht die Erfahrung der gelebten Jahrzehnte.
Selbst bei platonischen Beziehungen bauen sich Traumbilder auf und wie wir alle schon unsere Erfahrungen gemacht haben, sind
Träume und die darin projizierten Bilder etwas Subjektives. Genau das aber ist das Gute an der ganzen Geschichte. Ansonsten
würden wir alle nur auf Ken und Barbie stehen und unsere liebenswerten Unvollkommenheiten würden glatt gebügelt, aber auf
glatten Träumen rutscht man aus. Das geht gar nicht. So läuft das Leben einfach nicht, sondern es ist vielmehr so wie in Gittis neuer
CD. Da gibt es Lieder wie “Das Beste ist grad genug” und dazu liefert die Künstlerin die Geschichte von ihrer Lisi-Tante. Die hat mit
Altwaren und Verlassenschaften gehandelt. Bei Wohnungsräumungen sind ihr immer wieder Sachen in Originalverpackung in die
Hände gefallen. Tischdecken, Vorhänge, Bettwäsche. Das ist doch ein Irrsinn, sich etwas zu kaufen und dann die Dinge nicht zu
verwenden. ABlödsinn, ehrlich! Für mich gilt im Heute leben, morgen kann es schon zu spät sein. Eine Textzeile lautet: “All’s wasma
ewig plant, passiert meist dann net und später ist’s vielleicht dann irgendwann zu spät.” Das sagt doch eh schon alles und darum
dieses Lied.
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