"Es gibt eine kollektive Traurigkeit in meiner Generation, der durch den Krieg so viel Lebensfreude genommen wurde. Mir scheint manchmal, dass ich mein ganzes Leben lang für diese sprachlosen und sehnsüchtigen Männer der Nachkriegszeit gesungen habe", sinniert Paolo Conte über sein Schaffen. Contes Hörerkreis ist natürlich nicht auf diese Männer beschränkt, dennoch liegt in seinen Worten etwas Wahres: Paolo Conte ist die Stimme einer Generation des Aufbruchs - und vielleicht finden deshalb auch so viele jüngere Hörer und Hörerinnen den Zugang zu seiner Musik.
Paolo Conte ist eine Institution, ein Stück italienische Kulturgeschichte. Da er ursprünglich nicht selber sang, schrieb er für andere: Sein Song «Azzurro» wurde ein Hit für Adriano Celentano; auch Lucio Dalla, Patty Pravo oder Bruno Lauzi interpretieren Contes Kompositionen.
Der Durchbruch als Sänger und Musiker gelang ihm 1979 mit dem Album «Gelato Al Limon». Heute gilt er als einer der bedeutendsten Cantautori in einem Land, das zuweilen schrille Singvögel hervorbringt.
Paolo Contes Sicht des Künstlerbusiness lautet: «Als Künstler lernst du zu lügen: Weil dein Publikum die künstlerisch verpackten Lügen mehr liebt als die nackte Realität. Du darfst dich nicht zu ernst nehmen, musst auf dem Kazoo dazwischentröten, wenn die Streicher ins allzu Feierliche abgleiten.
Aber tief darunter muss doch eine Wahrheit stecken.» Auf die Frage, was einmal auf seinem Grabstein stehen wird, antwortet Conte: «Er war der beste Kazoo-Spieler der Welt!»
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