Sigi Maron & Band
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Spielstätte
Kulisse Rosensteingasse 39 1170 Wien ÖsterreichEvent Information
Beschreibung
Sigi Maron, Großmeister des offenen Wortes, ist zurück auf der Bühne. Früher nannte man ihn Protestsänger oder Liedermacher, heute ist er eine Songwriterlegende. Als unerschütterlicher politischer Linksdenker ist er ein Bruder im Geiste von Robert Wyatt und Kevin Coyne, mit dessen Musikern er anfangs der 1980er-Jahre in London seine besten Platten aufnahm.
Sigi Maron war zwölf Jahre weg vom Fenster, gesundheitsbedingt musste er seine Live-Aktivitäten einstellen. Anno 2010 tritt Sigi Maron gemeinsam mit den jungen Musikern "The Rocksteady Allstars" auf - Ska und Reggae in Verbindung mit Maron-Texten (u.a. nachzulesen im Buch "Fahrrad gegen Mercedes" Gedichte und so", erschienen im Verlag Bibliothek der Provinz), das ist eine ganz frische, unorthodoxe und vergnügliche Kombination. 1944 in Wien geboren, wuchs Sigi Maron mit sechs Geschwistern in Gneixendorf bei Krems auf.
In den siebziger Jahren reifte er im Umfeld der "Arena"-Bewegung zum sozialkritischen Liedermacher heran. Sein erstes Album ("Schön is des Lebn", 1976) produzierte André Heller. In Zusammenarbeit mit den Schmetterlingen, später mit dem Kevin Coyne-Produzenten Bob Ward und mit Konstantin Wecker schuf er zeitlos gültige Meisterwerke wie "Laut & leise", "He Taxi", "5 vor 12" oder "Unterm Regenbogen". Die Single "Geh' no net fort" rangierte 1985 zehn Wochen lang in den Charts. Maron galt dabei immer als eine der personellen Speerspitzen der heimischen Polit-Künstler.
Wenn man nach längerer Zeit wieder mit der Kraft und Klarheit der maronschen Wortwucht konfrontiert wird, schmerzen die alltäglichen Wortspenden der Phrasengesellschaft noch mehr. Was Maron ausmacht ist nicht nur der laute Protest, sondern die Zärtlichkeit, oder zumindest die Sehnsucht danach, die zwischen all den Grausamkeiten des Alltags durchschimmert. Und diese kostbaren Momente sind im Werk von Sigi Maron zahlreich vorhanden. Andererseits ist auch klar: Frei ist man nur, wenn man jederzeit "Nein" oder "Leck mi am Oasch" sagen kann. Für alle die den Maron jenseits der "Mizzitant" und "Geh No Net Fuat" noch nicht entdecken konnten (manchmal ist Jugend auch ein Nachteil), sei angemerkt, dass hier ein Sprachkünstler werkt, der sich vor Säulenheiligen wie H. C. Artmann nicht verstecken muss.
Von seiner Bissigkeit gegen die Mächtigen ist nichts verloren gegangen. Sein Mitgefühl für die an den Rand der Gesellschaft Gedrängten hat sich noch verstärkt.