Es gibt ihn noch zwischen Scheibbs und Nebraska. Den guten alten Blues, wie ihn die Sänger, die ihre Seele der Legende nach dem Teufel verkauften, in einen Trichter sangen. Der Steyrer Blues-Gitarrist Markus Windhager wollte es erdig und stellte eine der wenigen akustischen Bands hierzulande zusammen: The BluesBerries. Eine Gruppe, die die Größen wie Robert Johnson, Mississippi John Hurt oder Blind Blake hoch in Ehren halt, aber trotzdem nicht nur das Erbe verwalten will. Markus Windhager zupft die Gitarre wie die Altvorderen, was fachgemäß “Fingerpicking” heißt, und scheuert und wimmert mit dem Bottleneck über die Saiten seiner National-Gitarre, wie es schon immer der Brauch gewesen ist. Der in Steyr lebende Sänger Paul Herzberg, Direktimport aus Donchaster in England, schreibt Texte für die Band nieder, die er im Alltag aufliest. Markus Riegler aus Weyer blast die Harp und Walter Bayer aus Sierning legt mit seinem Kontrabass das Fundament, verleiht dem Klang der BluesBerries im buchstäblichen Sinn Tiefgang. Ausgefallen, aber durchaus nicht verwegen, ist auf den ersten Blick die Mandoline, die Hannes Fehringer in die Band mitgebracht hat. Zeitgemäße Klänge finden natürlich Eingang, aber den Stil des Unplugged-Blues verlässt das Quintett dabei nie.
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