Romeo & Julia - Tickets - Wien
Romeo & Julia
Wiener Stadthalle / Halle F
Wien
Österreich
Donnerstag, 30. Okt 2008, 19:30
Wiener Stadthalle / Halle F, Wien, Österreich
Das Geschehen spielt im Verona des 15.Jahrhunderts. Die beiden Familien Montague und Capulet leben in dieser Stadt im Streit miteinander. Romeo, Sohn Montagues, ist zunächst in ein Mädchen aus der Familie Capulet verliebt und erscheint ihretwegen gemeinsam mit seinen Freunden Mercutio und Benvolio verkleidet auf einem Fest im Hause Capulet und erblickt dort Julia, die Tochter des Hauses. Die beiden verlieben sich auf der Stelle ineinander. Julia soll aber auf Wunsch ihrer Eltern Graf Paris, einen Verwandten des Fürsten der Stadt heiraten. Dazu kommt noch der bestehende Streit zwischen den beiden Familien, der eine Heirat mit Romeo unmöglich macht. Im Anschluß an das Fest schwören sich Romeo und Julia ewige Liebe und lassen sich heimlich von Pater Lorenzo vermählen; nur Julias Amme ist in das Unterfangen eingeweiht. Wie schon oft, kommt es danach wieder zu Straßenkämpfen zwischen Montague und Capulet. Dabei tötet Tybalt, ein Cousin Julias, Mercutio, woraufhin Romeo seinen Freund rächt und seinerseits Tybalt tötet. Romeo wird daraufhin aus der Stadt verbannt. Julia ist verzweifelt und wendet sich an Pater Lorenzo um Hilfe. Der gibt ihr ein Mittel, das den Tod vortäuschen soll. Julia nimmt dieses Scheingift ein und wird tatsächlich von allen für tot gehalten und in der Gruft beigelegt. Romeo hat unterdessen Pater Lorenzos aufklärende Botschaft über Julias tatsächlichen Zustand nicht bekommen und ist ebenso vom Tod der Geliebten überzeugt und bringt sich daraufhin um. Als Julia aus ihrem Schlaf erwacht, sieht sie den toten Romeo neben sich liegen und bringt sich ebenfalls um. Bei Shakespear kommt es danach noch zur Versöhnung der beiden Familien, Prokofjews Ballett endet mit dem Tod der Liebenden in der Gruft.
Musikalische Merkmale in Romeo und Julia:
In Prokofjews Werk sind die Wurzeln aus verschiedensten Musikrichtungen eingeschlossen, so die Neoromantik, Polystilistik, Neue Einfachheit oder Postmoderne. Formalistisch betrachtet vesuchte Prokofjew seine Werke wie eine Melodie aufzubauen, das heißt, sie mit einer melodischen Spannung zu gestalten. Umgelegt auf die Musik in Romeo und Julia höre ich diese Intention des Kompnisten in vielen Szenen heraus, die einem fast wie Ohrwürmer in Erinnerung bleiben. Prokofjew arbeitet mit relativ einfachen Melodien, die er auf besondere Art ausharmonisiert. Man hat als Zuhörer immer das Gefühl, sich im tonalen Bereich zu befinden, was ja auch stimmt, nur kommen zu den konsonanten Akkorden immer wieder einzelne dissoante Töne dazu, die für mich eine gewisse Spannung, etwas „Besonderes„ bewirken. Geschickt paßt der Komponist den einzelnen Personen musikalisch ihre Eigenschaften an, die für jeden charakteristisch im Laufe des Balletts immer wieder auftreten. So bekommt die „junge Julia„ verglichen zum „angesehenen Fürsten„ puncto Instrumentation, Melodik, Rhythmik und Dynamik musikalisch das totale Gegenteil vom Komponisten mit auf die Bühne. Erstere wird mit hohen Instrumenten (Violinen, Querflöten, Klarinette...), fröhlich „hüpfenden„ Rhythmus in beschwingtem Tempo und mittlerer Dynamik dargestellt, während der Fürst bombastisch mit tiefem Blech in getragenem Tempo und in voller Lautstärke dargestellt wird. Auch den Auftritt der Amme kann man sich beim bloßen Zuhören sehr gut vorstellen. Überaus passend geht Prokofjew dabei auch mit der Instrumentation um. Obwohl es sich bei diesem Ballett um einen sehr großen Orchesterkörper handelt, setzt er dessen Kräfte sehr überlegt ein und macht feine Dynamikabstufungen. Auch die rhythmische Komponenete ist bei Prokofjew ein wichtiges Stilmittel. In Romeo und Julia kommen viele Tänze zur Aufführung, die alle von einem prägnanten Rhythmus gestützt werden. Besonders kommt dieser bei der Darstellung des Verhältnisses der beiden Familien zum Ausdruck, wo mit Hilfe der Rhythmik die schroffen Gegensätze aufgezeigt werden. Daß es für Ballettänzer der Erstaufführung in Leningrad 1940 nicht unbedingt einfach war, zur Musik Prokofjews zu tanzen beweist eine Aussage Galina Ulanowas, die während der Proben zum Ballett meinte, „daß wir bei den Proben des Adagios im ersten Akt insgeheim eine andere Melodie vor uns hinsummten, uns eine eigene „melodische Unterlage„ statt der „ungeeigneten„ von Prokofjew ausdachten und somit nach dieser den Tanz schufen, in dem sich die Liebe Romeos und Julias ausdrücken sollte„. Tatsache ist, daß Prokofjews Romeo und Julia sich weltweit durchsetzten konnte und heute zu den meistgespielten Balletten überhaupt zählt.
Sergej Sergejewitsch Prokofjew wurde am 23.4.1891 auf dem Gut Sonzowka im Gouvernement Jakaterinoslaw geboren. Er erhielt den ersten Klavierunterricht von seiner Mutter, besuchte danach das St.Petersburger Konservatorium, wo einer seiner Lehrer Rimskij-Korsakow war und trat ab 1908 als Pianist auf (teilweise mit eigenen Werken). 1918 ging er ins Ausland (Japan, USA, Europa), lebte ab 1920 vor allem in Paris, wo seine Ballette aufgeführt wurden und wurde als Komponist wie als Pianist gefeiert. 1936 kehrte Prokofjew in die UdSSR zurück und geriet mehrfach in ideologische Auseinandersetzung mit der offiziellen sowjetischen Kulturpolitik, schloß sich daraufhin wieder enger an die russische Tradition des 19.Jahrhunderts, womit er neben Schostakowitsch zu den führenden Vertretern eines sowjetisch-russischen Nationalstil gehört. Er starb am 5. März 1953 in Moskau. Werke: 8 Opern, 7 Ballette, Schauspiel- und Filmmusiken, 7 Sinfonien, 5 Klavier- und 2 Violinkonzerte, Orchestersuiten, sinfonisches Märchen „Peter und der Wolf„, Klavier- und Kammermusik, Chorwerke und Lieder.
Wiener Stadthalle / Halle F
Hütteldorferstrasse 2f, 1150 Wien
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