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musikprotokoll Tagespass Do 05/10 - Tickets

musikprotokoll Tagespass Do 05/10 - Tickets
Ensemble PHACE: Dienz / Filidei / Jodlowski / Kerschbaumer
Erstmals zu Gast beim musikprotokoll, erschließt das gefeierte Ensemble PHACE mit einer erlesenen Auswahl Neuer Musik eine kostbare poetische Welt.
Ein Klangkörper, dessen Form sich ständig ändert und mit den durchlebten Phasen reift: Der Name des Ensembles PHACE ist Programm für ein Programm wie jenes, mit dem es 2017 sein musikprotokoll-Debüt absolviert: von sinnlich bis gestisch, von spielerisch bis streng, von Hannes Kerschbaumer und Pierre Jodlowski über Francesco Filidei bis Christof Dienz.
Von Letzterem präsentiert das Ensemble eine Uraufführung nach Texten des österreichischen Literaten und Bestsellerautors Christoph Ransmayr. Zu hören ist also Neue Musik eines Komponisten, dessen künstlerische Lebensphasen schon eine Zeit als Fagottist im Orchester der Wiener Staatsoper, die Mitgliedschaft in der legendären Weltmusikformation „Die Knödel“ und fruchtbare Experimente mit der Zither umfassten. Salvatore Sciarrino schrieb einst: „Es geht nicht um intellektuelle Lösungen, sondern um das Erschließen einer kostbaren, poetischen Welt.“ Mit diesen Worten beschrieb er wiederum die Klangwelt des 1973 geborenen Komponisten Francesco Filidei. Auch seine gestisch poetische Musik gehört zu den vier sehr unterschiedlichen zeitgenössischen Positionen, die das Ensemble PHACE beim musikprotokoll einnimmt.

Stefan Fraunberger: deranged orchestra
Der Schwebezustand zwischen Moderne und Kultur und dessen (unheimliche) Zustände im Sinne einer erweiterten Wahrnehmung stehen im Zentrum der Klangforschung von Stefan Fraunberger.
Bei einer Klangforschungsreise in der Gangesebene hat Stefan Fraunberger unlängst acht Muscheln gefunden, die ursprünglich aus der Tiefsee geborgen wurden, um – nach dem Absägen ihrer Spitzen – den Brahmanen-Priestern als Instrumente zu dienen, mit denen sie ihre Riten ankündigen und einleiten. In Fraunbergers „deranged orchestra“ werden die acht Tiefseemuscheln zu Signalhörnern, mit denen der Komponist in einer gleichsam rituellen Darbietung eine „punktungleiche Permutation“ in der menschlichen Wahrnehmung auszulösen versucht. Trotz des Klimawandels begreift sich der Mensch noch immer als das Maß aller Dinge, anstatt wieder vermehrt auf die Rhythmen der Natur zu hören. Auch beim „Ornamentrauschen“ ist Permutation ein Schlüsselbegriff. Mit seiner Santur, einem persischen Hackbrett, webt der österreichische Komponist sich laufend verändernde Klangmuster, in denen unterschiedliche Makam-Stimmungen ineinanderfließen.

Studio Dan: Lewis / Omelchuk
Egal ob Big Band oder kleines Ensemble: Das Studio Dan groovt sich flexibel auf alle experimentellen Wellen ein – diesmal mit buntschillernden Uraufführungen des Avantgarde-Jazz-Posaunisten George Lewis und der Komponistin Oxana Omelchuk.
Beinahe schon als Legende des Avantgarde-Jazz könnte man den amerikanischen Posaunisten und Komponisten George Lewis bezeichnen, der derzeit an der New Yorker Columbia University unterrichtet. Das österreichische Ensemble Studio Dan wird gemeinsam mit dem grandiosen Posaunisten Matthias Muche ein neues Stück von George Lewis beim musikprotokoll zur Uraufführung bringen.
Gegründet wurde Studio Dan im Jahr 2005 ursprünglich als Big Band für das erste Festival der Initiative JazzWerkstatt Wien. Im Laufe der Jahre hat sich gezeigt, zu welch enormer Flexibilität in Größe und Stilistik dieses Kollektiv fähig ist, je nachdem an welchen wellenförmigen Grenzlinien des Experimentellen zwischen Improvisation, Komposition, Jazz oder Prog-Rock es sich gerade bewegt. Diese instrumentale und stilistische Offenheit ist auch die ideale Voraussetzung für die buntschillernde Musik von Oxana Omelchuk, die ebenfalls mit einer Uraufführung an diesem Abend vertreten sein wird. Die 1975 in Weißrussland geborene und in Köln lebende Künstlerin, die gerade ihre Portrait-CD der Edition Zeitgenössische Musik des Deutschen Musikrates vorbereitet, wurde seit ihrem Studium mit zahlreichen Preisen und Stipendien ausgezeichnet und gehört zu den herausragenden Komponistinnen ihrer Generation.