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musikprotokoll Tagespass Fr 06/10 - Tickets

musikprotokoll Tagespass Fr 06/10 - Tickets
Quatuor Diotima
Das Streichquartett als Seismograf des Zeitgenössischen: Das renommierte Quatuor Diotima feiert heuer sein musikprotokoll-Debüt mit gleich drei Konzerten.
Von George Onslow bis ins 21. Jahrhundert mit allen erdenklichen Zwischenstationen reicht die instrumentale und kompositorische Faszination des Quatuor Diotima – sehr treffend nach jener weisen Frau benannt, die Sokrates die Vorzüge der platonischen Liebe erklärt haben soll.
Diese Konstellation aus vier Streichern wurde 1996 von Absolventinnen und Absolventen des Conservatoire National Supérieur de Musique de Paris gegründet und gehört zu den gefragtesten Ensembles Europas. Yun-Peng Zhao, Constance Ronzatti, Franck Chevalier und Pierre Morlet sind bekannt dafür, besonders eng mit Komponistinnen und Komponisten zusammenzuarbeiten. Geradezu berühmt sind die vier für ihre intensiven, sinnlichen, klangschönen und gleichzeitig intelligenten und präzisen Interpretationen ganz neuer Musik. Eine Uraufführung und vier österreichische Erstaufführungen von Enno Poppe, Petr Bakla, Rune Glerup, Mikel Urquiza und Alberto Posadas bilden das spannende Ausgangsmaterial für drei „Happy Hours for String Quartet“, eine seismografische Untersuchung der musikalischen Gegenwart.

Tanzmusik für Fortgeschrittene
Ein Ball im musikprotokoll? Ja, allen Ernstes! Zeitgenössische Komponistinnen und Komponisten schreiben, das RSO Wien spielt auf, und das Publikum tanzt mit.
Um die 50. Ausgabe des musikprotokoll zu feiern, gibt das Radio-Symphonieorchester Wien im Stefaniensaal des Grazer Congress nicht etwa ein Konzert, nein: Es spielt auf zum Tanz, und das ganz im Ernst. Wobei der Spaß natürlich nicht zu kurz kommt: Die Tanzenden sind nämlich die Besucherinnen und Besucher des musikprotokoll, die Tanzfläche gehört also ganz dem Publikum. Getanzt wird zu Musik von Komponisten wie Gabriele Proy, Judit Varga, Jorge Sánchez-Chiong, Peter Herbert, Johannes Kalitzke, Bernd Richard Deutsch und Johannes Maria Staud, die neue Stücke für dieses Format des Tanzabends schreiben. Johannes Kalitzke wird das RSO zu diesem Anlass auch dirigieren.

Kompositionen von Johanna Doderer, Arturo Fuentes, Gerald Resch, Gerhard E. Winkler und vielen anderen werden zu hören und zu betanzen sein. Selbst wenn das musikprotokoll also in leichter Jubiläumsironie auf ein so altes Format wie einen „Ball“ zum Geburtstagsfeiern zurückgreift, schaut es musikalisch natürlich augenzwinkernd in die Zukunft. Und ist gleichzeitig ganz Gegenwart.

Peter Herbert & Barry Guy
Barry Guy kommt erstmals zum musikprotokoll und improvisiert mit seinem geschätzten Kontrabassistenkollegen Peter Herbert.
Die beiden Kontrabassisten Peter Herbert und Barry Guy kennen und verehren einander seit langem und sind einander auch schon in allen möglichen Weltgegenden auf ihren jeweiligen Tourneen immer wieder begegnet. Und doch haben sie – obwohl es beiderseits ein lang gehegter Wunsch war – als Duo noch nie konzertiert. Dieser erste gemeinsame Auftritt zweier großartiger Improvisatoren ist also eine kleine Sensation beim musikprotokoll 2017.
Auch wenn der Brite Barry Guy immer nur an „Zukunftsmusik“ und nie an „Vergangenheitsmusik“ denkt, das bisherige Œuvre des heuer Siebzigjährigen ist bemerkenswert und auffallend vielschichtig: Es reicht von Free Jazz bis Alte Musik, von Kooperationen mit Derek Bailey über Evan Parker, das London Jazz Composers’ Orchestra bis zu Christopher Hogwoods Academy of Ancient Music. Diese Vielfalt und ein Bassisten-Selbstverständnis, das Groove mit experimentellen Spieltechniken verbindet, eint Barry Guy mit dem in Vorarlberg geborenen, seit 2003 in Paris lebenden musikalischen Weltenbummler Peter Herbert.

Stefan Fraunberger: Ornamentrauschen
Der Schwebezustand zwischen Moderne und Kultur und dessen (unheimliche) Zustände im Sinne einer erweiterten Wahrnehmung stehen im Zentrum der Klangforschung von Stefan Fraunberger.
Bei einer Klangforschungsreise in der Gangesebene hat Stefan Fraunberger unlängst acht Muscheln gefunden, die ursprünglich aus der Tiefsee geborgen wurden, um – nach dem Absägen ihrer Spitzen – den Brahmanen-Priestern als Instrumente zu dienen, mit denen sie ihre Riten ankündigen und einleiten. In Fraunbergers „deranged orchestra“ werden die acht Tiefseemuscheln zu Signalhörnern, mit denen der Komponist in einer gleichsam rituellen Darbietung eine „punktungleiche Permutation“ in der menschlichen Wahrnehmung auszulösen versucht. Trotz des Klimawandels begreift sich der Mensch noch immer als das Maß aller Dinge, anstatt wieder vermehrt auf die Rhythmen der Natur zu hören. Auch beim „Ornamentrauschen“ ist Permutation ein Schlüsselbegriff. Mit seiner Santur, einem persischen Hackbrett, webt der österreichische Komponist sich laufend verändernde Klangmuster, in denen unterschiedliche Makam-Stimmungen ineinanderfließen.