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musikprotokoll Tagespass So 08/10 - Tickets

musikprotokoll Tagespass So 08/10 - Tickets
Quatuor Diotima
Das Streichquartett als Seismograf des Zeitgenössischen: Das renommierte Quatuor Diotima feiert heuer sein musikprotokoll-Debüt mit gleich drei Konzerten.
Von George Onslow bis ins 21. Jahrhundert mit allen erdenklichen Zwischenstationen reicht die instrumentale und kompositorische Faszination des Quatuor Diotima – sehr treffend nach jener weisen Frau benannt, die Sokrates die Vorzüge der platonischen Liebe erklärt haben soll.
Diese Konstellation aus vier Streichern wurde 1996 von Absolventinnen und Absolventen des Conservatoire National Supérieur de Musique de Paris gegründet und gehört zu den gefragtesten Ensembles Europas. Yun-Peng Zhao, Constance Ronzatti, Franck Chevalier und Pierre Morlet sind bekannt dafür, besonders eng mit Komponistinnen und Komponisten zusammenzuarbeiten. Geradezu berühmt sind die vier für ihre intensiven, sinnlichen, klangschönen und gleichzeitig intelligenten und präzisen Interpretationen ganz neuer Musik. Eine Uraufführung und vier österreichische Erstaufführungen von Enno Poppe, Petr Bakla, Rune Glerup, Mikel Urquiza und Alberto Posadas bilden das spannende Ausgangsmaterial für drei „Happy Hours for String Quartet“, eine seismografische Untersuchung der musikalischen Gegenwart.

Matthew Shlomowitz: Electric Dreams
Eine Zeitreise in alle Richtungen: Die Kunstuniversität Graz träumt sich mit der Oper „Electric Dreams“ in eine besondere Variante der Eighties.
Ein Hotelzimmer. Eine unbekannte Person kann nicht schlafen und schaltet den Fernseher ein. Sie wechselt zwischen Dokumentarfilmen, Verbraucher-TV, Sportberichten und Quizsendungen – ein ferngesteuertes Nebeneinander von Arien, Rezitativgesang und Background-Sängerchören. Fragen kommen auf: Befinden wir uns in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts oder in einem postmodernen Traum über eine postmoderne Zeit? Oder handelt es sich gar um einen Angehörigen der Generation X, der in einem OPERA-80s-TV-Konzepthotel urlaubt?

Eine Zeitreise ist „Electric Dreams“ des australischen Komponisten Matthew Shlomowitz allemal. Aber führt sie in die Zukunft oder in die Vergangenheit? Der Regisseur Philipp M. Krenn inszeniert die Uraufführung mit Studierenden der Kunstuniversität Graz in Kooperation mit dem musikprotokoll und unter Wolfgang Hattingers musikalischer Leitung. Die Achtziger, das bedeutet hier Frisuren mit viel Haar und Schulterpolstern, Yachten und Einkaufsmeilen, zuckersüße Synthesizer, makellose Powerchords und hallende Schlagzeugrhythmen, aber auch aufgemotzte Autos, Flanellhemden und Siebziger-Rockmusik.
Und dann gibt es noch die Achtziger der selbstreflexiven, aber anspruchslosen Kunst, die mal als geschichts- und politikbewusst gefeiert, mal als falsch und leer abgetan wird. „Electric Dreams“ vereint all diese Varianten der guten alten Zeit zu einem traumhaft zeitgemäßen Opernereignis.

SiS_Mic
Musik, so die multidisziplinär arbeitende Künstlerin Pôm Bouvier b. aka SiS_Mic, lädt ein zu einer Reise, die uns durch die verschiedenen Schichten unserer Erinnerung führt. Bouvier b. liebt es, wenn Grenzen durchlässig werden. In der Fragilität sieht sie eine Form der Zeit. Der Moment der Auflösung ist in ihren Augen stets auch ein Bewegungsanstoß. Wer diesem folgt, der hört nach Vorstellung der Künstlerin auf den Ruf des Lebens, denn in und um uns herum ist ständig alles in Bewegung. Nach Graz bringt Bouvier b. ihren selbst gebauten Klangtisch, ihren großen Feedback-Lautsprecher und unterschiedliche Materialien. In welche Richtung sich das Konzert entwickeln wird, entscheidet sich jeweils erst im Moment. Ein weiteres Instrument, das zum Einsatz gelangen wird, sei jedenfalls der Konzertraum, so die Künstlerin: „Und mir gefällt die Vorstellung, dass wir – ich und das Publikum – uns während des Konzertes im Inneren dieses Instrumentes befinden.“