Verbrechen aus der Vergangenheit, Missetaten hoher Amtspersonen, politische Rivalitäten und geheimnisvolle nächtliche Handlungen führen Schuster Pfrim und seinen Sohn Wendelin nichtsahnend in
Johann Nestroys romantische Abenteuerhandlung um Liebe und Entführung: Der, heimlich mit der Baronesse Adele von Stromberg verheiratete, Oberrichter von Thurming muss nachts vor Adeles schurkischem Oheim Stromberg fliehen und findet sich prompt in Wendelins Stube wieder. Damit der Oberrichter unerkannt entkommen kann, tauschen die beiden Kleider. Von nun an wird der Junge von "
Höllenangst" getrieben - Wendelin ist der Auffassung den Pakt mit dem Teufel geschlossen zu haben - und die Verwicklungen nehmen ihren Lauf.
Wenn ka Teufel nicht wär, wo kommt alles das Teufelszeug her?
Die politische Posse zeigt in ihren, vor der Revolution von 1848 undenkbaren, Anspielungen auf Kirche, Gott und Teufel, dass
Johann Nestroy die neue Bewegungsfreiheit (wenngleich jene im Österreich des jungen Kaisers Franz Joseph schon wieder von Zensur beschränkt war) zu nützen verstand. Wer damals - und auch heute noch - hören wollte, konnte treffende politische Anspielungen entdecken. Dennoch zählt das Stück mit nur vier Wiederholungen nach seiner Premiere 1849 im Carl-Theater Wien zu einem von
Nestroys erfolglosesten Stücke zu seinen Lebzeiten. Dies änderte sich knapp 100 Jahre später, als Karl Paryla mit seiner Bearbeitung von "
Höllenangst" 1948 das neue Theater in der Scala in Wien eröffnete. Hans Eisler komponierte die Musik zu dieser wegweisenden Aufführung.