Gerald G. ist spätestens seitdem er aufrecht stehen kann Musiker. Gerald spielt vornehmlich Gitarre in
Heavy-Metal- und
Punk-Bands. Er braucht es laut und wild, statt dem beinah altertümlichen „Sex, Drugs & Rock`n`Roll“ lieber ein paar Dezibel mehr, das Gehör ist ohnehin schon lediert. Dieses Jahr wird Gerald nebst seiner sonoren Liaison aber auch in den seligen Hafen der Ehe schippern – sein Glück: bei seiner Angetrauten heißt das nicht bereits Lebensabend mit Anfang 30, den Dezibel muss er keineswegs abschwören – im Gegenteil. Aber dennoch: Bevor ihn seine wild-maskuline Horde aus bärtigen Rabauken und brünftigen Zottelmonstern in die Mariage entfleuchen lässt, muss naturgemäß und traditionell noch zünftig gepoltert werden.
Das hierfür perfekte Setting schafft eine mehrtägige
Grillage am Naturgewässer, bei der vegetarische Beilagen kurzerhand durch noch mehr totes Tier ersetzt werden, mit einem wochenendlichen Bierverbrauch vergleichbar mit dem per-anno-Umsatz einer kleinen Metropole. An musikalischer Untermalung darf es angeregter Gesprächskultur zum Trotz natürlich gerade bei einer musikalisch dithyrambischen Truppe wie dieser nicht mangeln – zum Glück sind die Zeiten vorbei, in denen siechende Kassettendecks bereits nach den ersten Stunden mit rauchenden Batterien die Waffen streckten: Auch während höhlenmenschlichem Gebaren befinden uns immer noch in einem fortschrittlich technologisierten Zeitalter.
An apple a day keeps the doctor away
Ja, Apple ist kein Unternehmen, sondern eine Sekte – eine der wenigen vernünftigen Aussagen, die U2-Sänger Bono Vox zuzuschreiben sind. Dem Sänger der Band übrigens, die 2014 ihr Album „Songs of Innocence“ gratis aber unverlangt einer halben Milliarde iTunes-Nutzer aufs Auge drückte – entgegen deren Musikgeschmack, und löschen konnte man die Songs auch nicht ohne Weiteres. Aber das nur so nebenbei.
Kein Unternehmen schafft es wie Apple, Menschen so emotional an sich zu binden: Käufer von ihren Produkten sind keine Kunden, sie sind Jünger. Besitzer von Produkten mit dem kleinen i fühlen sich als etwas Besonderes. Der Fetischcharakter der Apple-Produkte ist nicht zu unterschätzen. Man kauft nicht einfach ein iPhone, ein iPad oder einen iPod, sondern quasi eine Weltanschauung. Andererseits muss man auch neidlos zugestehen: iPods sind schon super. Ja, der iPod war das Vehikel, mit dem Apple ein paar Jahre später Kunden in den iTunes Store zog, wo das Unternehmen bei jedem Song, der dort verkauft wird, einen stattlichen Betrag als Provision einstreicht – zulasten der Künstler, freilich. Und der iPod war die Grundlage für das iPhone, das das Geschäftsmodell des iTunes Store mit dem App Store noch erweiterte. Aber der iPod ist nun mal klein, leicht und handlich, dabei aber robust und mit Tonnen an Musik gefüttert – wie gemacht für Extremsituationen. Hätte John Rambo 1985 bereits einen besessen, hätte er den vietnamesischen Dschungel in unter 50 Minuten aufgeräumt, 1988 Afghanistan in vielleicht einer Stunde. Insofern ist er wie geschaffen dafür, Stimmungsfundament für eine 72-stündige Party zu liefern.
It ain’t over until the fat lady sings
Damit man sich nicht vollends in die Arme der Sekte begibt, kann man aber zumindest in Punkto Lautsprecher auf unternehmensfremde Produkte zurückgreifen – es wird zwar nicht gern gesehen, aber kompatibel ist Apple durchaus auch mit dem Mitbewerb, der zudem nicht selten ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis bietet.
Erst letztes Jahr haben wir uns in den damals neuen Bluetooth-Kompaktlautsprecher der Premium-Marke Sony
verliebt, der nicht nur alle musikalischen, sondern auch die situativen Hürden, die wir ihm stellten, bravourös meistern konnte – immerhin geht es hier um ein Outdoor-Produkt für einen Mulatschag, und nicht um ein mondänes Heimkino. Dieses Jahr widmen wir uns der Frage, welche Fortschritte sein Nachfolger XB41 gemacht hat und testen selbigen gleich in der Extremsituation am Stausee Novomlýnské Nádrže. Was passiert mit dem anderthalb Kilo leichten Teil, wenn es auf Wasser und Bier losgelassen, in die Hände von illuminierten Gestalten mit diskutablem Musikgeschmack und latentem Hang zu Lautstärke gelassen wird? In seinen
YouTube-Videos würde Vlogger und Musiker Louis Cachet, Insidern auch als Varg Vikernes von Burzum bekannt, frohlocken:
„Let’s find out!“