Bild: Steffen Thalemann
Sie sind eine der größten Rockbands Deutschlands und können bald auf eine 30-jährige Bandgeschichte zurückblicken: Die Rede ist von den Beatsteaks, die dieser Tage ihr heiß erwartetes, neuntes Studioalbum mit dem Titel "Please" rausbringen. Flankiert wird der Album-Release von einer Tour - inklusive bereits ausverkauftem Open-Air-Termin in der Arena Wien am 25. September. Wir haben mit Sänger Arnim Teutoburg-Weiß und Bassist Torsten Scholz über die Entstehung der neuen Platte, über ihre unbändige Live-Spielfreude, über ihre Verbindung zu Wien und über das anstehende Bandjubiläum gesprochen.
Das neue Beatsteaks-Album erscheint zwar erst am 28. Juni, doch schon jetzt kann man sich einige Songs der neuen Platte anhören - darunter das Rock'n'Roll-Brett "Detractors" und die verträumte Nummer "Traumschiff".
Anim: Gut geht's uns! Wir sind glücklich, dass es uns gibt, dass es das Album gibt und dass wir die Sachen machen können, die wir gerne machen.
Torsten: Der Weg bis zum fertigen Album war ein guter. Bis 2020 haben wir ja ganz viele Konzerte gespielt. Die Laune auf der Tour war damals so gut und diese tolle Laune haben wir dann - in einer Zeit, über die wir jetzt nicht mehr reden wollen - in den Proberaum mitgenommen. Dadurch hat auch die Arbeit an "Please" so viel Spaß gemacht. Alle Entscheidungen, die wir getroffen haben, haben sich als richtig herausgestellt - etwa die Arbeit mit unserem neuen Produzenten Olaf Opal. Und wenn du etwas richtig machst, gibt dir das einfach ein gutes Gefühl.
Anim: Antreiben tut uns immer das, was Spaß macht im Proberaum. Das ist zugleich unser Bogen zu ganz früher: Bevor wir überhaupt Platten verkauft haben, sind wir in den Proberaum gegangen und haben in erster Linie geguckt, was Spaß macht. Und wenn was Spaß macht, dann gehen wir druff und machen es fertig. Das machen wir noch immer so. Trotzdem sind wir keine Band, die sich wiederholt - auch, weil wir zu viel Respekt haben vor dem, was wir schon gemacht haben. Man kann einen Song wie "Hand in Hand" nicht nochmal machen, weil so ein Song ist immer etwas einzigartiges. Wir machen am liebsten unser Ding und haben dabei immer vor Augen, wie wir damit live rüberkommen. In letzter Zeit ist mir persönlich das Tempo eines Songs sehr wichtig - viel mehr weiß ich dann schon gar nicht über Songwriting (lacht).
Torsten: Die Platten sind bei uns primär dafür da, um neue Lieder zu haben, die wir dann auf den Konzerten spielen. Wir waren noch nie wirklich eine "Album-Band". Wir wollen Konzerte spielen - und damit die so abwechslungsreich wie möglich sind, schreiben wir neue Songs.
Anim: Wir als Band hatten eine Krise zu bewältigen, begleitet von einer globalen Krise um uns herum wie zum Beispiel die Pandemie. Das Album "Please" ist natürlich davon beeinflusst und hat viel damit zu tun, "Stopp" zu sagen und sich umzugucken, die Gemeinschaft zu suchen und das, was uns vereint. Dieses Gefühl schwebt über der ganzen Platte. Ich glaube, umso älter man wird, umso mehr sucht man den klaren Ausdruck und hat auch keine Angst mehr, die Dinge klar zu benennen.
Anim: Na, wir geben alles, immer. Konzerte sind für uns etwas Heiliges! Du wirst nicht ein einziges Konzert von uns erleben, wo wir nicht aufgeregt sind oder drauf brennen, auf die Bühne zu gehen und etwas abzufeuern, was uns alle vereint. Faszinierend finde ich, dass wir Fans haben, die schon so lange immer auf unsere Konzerte kommen und die gemeinsam mit uns rausfinden, wie die Geschichte der Beatsteaks weitergeht.
Torsten: Uns ist es besonders wichtig, dass die Leute merken, dass es etwas besonderes ist, zu den Beatsteaks zu kommen. Wir fangen bei unsere Tour ganz klein an und spielen in ein paar autonomen Jugendzentren, dann kommt im Sommer quasi der Höhepunkt in der Berliner Wuhlheide, dann spielen wir auf ein paar Festivals und im Spätsommer geht es wieder mit der Tour weiter. Du könntest den 35-jährigen Torsten fragen, der vor 15 Jahren bei den Beatsteaks gespielt hat - der hat sich nicht viel besser gefühlt als der jetzt 50-jährige Torsten. Wir haben Energie und wir haben Bock drauf, Konzerte zu spielen!
Mit ihrer gemeinsamen Band Beatsteaks haben sich fünf Freunde aus Berlin von einer kleinen Punk-Attraktion über die Jahre zu einer der größten Rockbands Deutschlands entwickelt. Der große Durchbruch gelang ihnen im Jahr 2004 mit dem Album "Smacksmash, das große Hits wie "Hand in Hand" und "I Don't Care as Long as You Sing" beinhaltet.
Nun veröffentlichen die Berliner Jungs ihr mittlerweile neuntes Studioalbum, das auf den Namen "Please" hört und am 28. Juni 2024 offiziell erscheint und elf Songs beinhaltet: "Goodbye", "Detractors", "Dead Man", "Katharina", "Traumschiff", "Against All Logic", "Love Like That", "The Lunatics", "Why & Because", "Magic Feel" und "Tonight".
Anim: Also Wien war gefühlt die erste große Stadt, die wir außerhalb Deutschlands genommen haben. Da war damals dieses Gefühl: "Boah ey, wir fahren jetzt nach Wien!" und dann haben wir in irgendwelchen kleinen Beisln gespielt (lacht). Auch unsere Freundschaft zu Bilderbuch und zum österreichischen Produzenten Zebo Adam, der den Song "Ticket" mit uns aufgenommen hat, verbindet uns mit Wien.
Torsten: Ich glaub es gibt im ganzen deutschsprachigen Raum keinen Laden, wo wir öfter gespielt haben als in der Arena. Und ich mag den Radiosender FM4, der war immer gut zu uns (lacht). Wir hatten auch mal eine kleine Österreich-Tour, das ist jetzt schon etwas her, aber daran erinnere ich mich heute noch sehr gern zurück, so etwas würde ich eigentlich gern mal wiederholen.
Anim: Na ganz sicher wird das passieren, so was kann und muss man feiern! Gerade sind wir sehr im Hier und Jetzt mit neuer Platte und Tour. Und nächstes Jahr wird irgendwas passieren, wo wir das Bandjubiläum feiern werden - klar!
Anim: Diese Frage haben wir uns nie gestellt und die stellen wir uns auch heute als mittlerweile 50-Jährige nicht. Wir machen vielleicht im Sommer Pläne für unser Jubiläum im nächsten Jahr und das isses. Wir suchen vielmehr danach, wie viel Spaß wir haben können als danach, wie viel Geld wir verdienen können. Das ist auch mein Tipp an die Welt da draußen: Wie viel Spaß kann man haben statt wie viel Geld!
Anim: Als Kind war ich ein riesiger Fan von den Beastie Boys, Depeche Mode und Die Ärzte. In den 90ern war es Blur, in den 2000ern The Streets. Was jüngere Bands betrifft, gibt es eine hervorragende Punkrock-Band aus Berlin, die heißen "Die Verlierer". Das ist eine fantastische Deutschpunk-Band, die ich privat sehr gern hör.
Torsten: Was uns als Band eint ist, dass wir alle Musikfans sind und zwar nicht nur von einer Schublade. Musik kann total vielfältig sein. Ich höre Black Sabbath Songs genauso gern wie Abba - da spielt die Musikrichtung gar keine Rolle. Wir hören eigentlich so gut wie alles. Alles außer Rechtsrock.
Ebenfalls auf dem neuen Album "Please" vertreten ist der Song "Dead Man". Sänger Arnim Teutoburg-Weiß zum Thema Krise: "Wir als Band hatten eine Krise zu bewältigen, begleitet von einer globalen Krise um uns herum wie zum Beispiel die Pandemie. Das Album 'Please' ist natürlich davon beeinflusst und hat viel damit zu tun, 'Stopp' zu sagen und sich umzugucken, die Gemeinschaft zu suchen und das, was uns vereint."
Am 25. September 2024 präsentieren die Beatsteaks ihr neues Album sowie ihre größten Hits aus fast 30 Jahren Bandgeschichte live und Open Air in der Arena Wien. Der Termin ist zwar schon ausverkauft, doch bei eventim.de gibt es noch Tickets für Live-Termine der Beatsteaks u.a. in Berlin, München und Bremen.