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Konzerte

The Warning: drei Schwestern aus Mexiko in Wien

24.09.2026 von Stefan Baumgartner

Spätestens mit ihrem fünften Album "Everthing's Falling" gelten die drei mexikanischen Schwestern von The Warning als eine der zukunftsträchtigsten Rockbands der Welt.

Heute gehört sie zum guten Ton fast schon dazu, die Quotendiskussion auf Festival-Billings. Mit Argusaugen wird da nur allzu gern nicht nur geschaut, welche Bands gut sind, sondern welche zumindest ein oder zwei FLINTA-Personen in ihrem Bandgefüge verstecken. Und gerade im Rock- und Metalzirkel muss man die weiblichen oder weiblich gelesenen Personen fast schon mit der Lupe suchen - schade eigentlich, denn 2025 waren mit The Warning gleich drei fantastische Frauen - die Schwestern Daniela, Paulina und Alejandra Villarrea - auf der Bühne vom Nova Rock Festival zu erleben, angereist aus dem mexikanischen Monterrey. Zudem war dies nach dem Poolbar Festival 2024 ihr erst zweiter Österreich-Besuch überhaupt!

The Warning 2025 am Nova Rock Festival. Bilder: Cherie Hansson

Aber endlich ist für The Warning auch Zeit für eine Clubshow: Mit ihrem neuen Album “Everything's Falling” im Gepäck kommen sie kommenden März in die Raiffeisen Halle im Gasometer.

Gut zwei Jahre nach dem endgültigen Durchbruchsalbum “Keep Me Fed” lag die Latte für ihr neues Album, das vor etwa einem Monat erschienen ist, schon ordentlich hoch. Mit Tracks wie dem Opener “Ritual”, “Why Do You Like It When I Cry?” oder “Bloodsport” braucht man sich definitiv nicht vor der eigenen Vergangenheit verstecken und sollte auch ordentlich in der Pretty-Reckless- und in der Halestorm-Bubble fischen können. Schlagzeugerin Paulina gab unlängst bekannt, dass sich das Album relativ konzeptionell um die Einsicht von Fehlern und daraus gelernte Konsequenzen dreht. Um den konstanten Kampf als Mensch, besser zu werden und sich dabei nicht von sich selbst und anderen Menschen dabei behindern zu lassen. Man kann sich ausrechnen, dass sie weiß, wovon sie spricht, denn in einem chauvinistischen Umfeld wie dem der Rockmusik werden es die drei Schwestern wohl nicht immer wirklich leicht gehabt haben.

Dabei war der Weg auf die Bühne bereits früh vorgegeben: Die Eltern ermöglichten allen drei eine klassische Klavierausbildung und forcierten den Wunsch, daneben auch Gitarre, Bass und Schlagzeug zu erlernen. Die klassische Musik war ein wichtiger Begleiter in der musikalischen Früherziehung. “Ein Teil eines Orchester-Ensembles zu sein wäre tatsächlich spannend und interessant”, erzählte Paulina damals am Nova Rock, “aber der Rock’n’Roll hat ziemlich schnell von uns Besitz ergriffen.”

Die zweite wichtige Schule in der Kindheit war das Computerspiel “Rock Band”, das den drei Schwestern einige durchwachte Nächte bescherte. “Im Endeffekt war es das Computerspiel, dass die Lust auf Gitarre und Schlagzeug so richtig in uns entfachte. Von dort war klar, dass wir niemals den Retourgang einlegen würden, sondern fokussiert an unserer Karriere arbeiten werden.”

Klassisch beginnt man mit Cover-Songs, bis sich zunehmend eigenes Material in den schreiberischen Kanon einschleicht. Mit Metallicas “Enter Sandman” erobert man YouTube und sichert sich unglaublich viele neue Fans. Als man die Pandemie überstand, kam auch das Live-Geschäft ins Rollen. Man tourte mit Muse, den Foo Fighters, Yungblud, Evanescence und Halestorm und eröffnete in der Heimat Monterrey eine Show für Guns N‘ Roses - da kann einem schon einmal ein “Oida!” entfleuchen.

“Einen Plan B hatten wir nie”, verrät dazu Daniela selbstbewusst, “wir und unsere ganze Familie haben 150 Prozent in diese Band gesteckt. Von Anfang an. Es war klar, dass wir keine Abstriche machen würden.” Und Abstriche muss man spätestens jetzt, mit dem fünften Album im Gepäck auch keine mehr machen.

Warum die drei Schwestern so gut ankommen, ist neben ihrer Musik auch leicht beantwortet: “Wir versuchen als Familie gemeinsam durch die gefährlichen Gewässer des Musikbusiness zu navigieren. Das ist unserer Meinung nach immer noch die stabilste Variante, um zu überleben für sich selbst, dann geht es damit ins Studio und die Diskussionen und Streitereimöglichkeiten werden stark reduziert. Wichtig ist eine kräftige Portion Liebe, vermischt mit Toleranz. Solang davon genug vorhanden ist, wirkt sich das positiv auf Ausstrahlung und Liebe aller Beteiligten aus.” Und wenn man nicht nur mit so viel Motivation, sondern auch mit so viel Liebe die Welt erobert, ist es definitiv nicht die schlechteste Taktik …


Live-Termine


The Warning - "Everything's Falling"

15. März 2027 | Wien, Raiffeisen Halle im Gasometer


Infos auf dem Stand vom 24.09.2026  

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