Clara Luzia hat es satt. Die Beschreibungen „fragil“ und „zart“, das traurige Gezupfe auf der Gitarre, die viel zu eng und falsch beklebte Schublade „Singer Songwriter.“ Jene VeranstalterInnen, die noch immer Sessel in die Konzertsäle schleppen, wenn Luzia sich ankuündigt, werden viel zu tun haben, diese schnell wieder in den Keller zu räumen. Clara und ihre Band braucht Platz – für laute Gitarren, ein fettes Schlagzeug, ein wahnsinniges Cello, zerrende Bässe und – ja, Platz auch für die leisen Momente, die es braucht, um wieder Anlauf nehmen zu können für die nächste Explosion. Mit ihrem fünften Album "We are fish" (2013) ist der Kammerfolkpop endgültig passé, die Verzerrer werden ausgepackt, die fetten Bässe (Max Hauer und pauT) in Stellung gebracht: „We built a new continent that will swallow us all“ – harter Tobak, aber angesichts der immer größer werdenden Müllinseln in den Weltmeeren muss mal kräftig auf den Tisch gehauen werden, ist sich Clara Luzia sicher.