Mehr als 100 Millionen verkaufte Tonträger, etliche Gold-, Platin- und Diamant-Auszeichnungen, unter anderem für den Meilenstein "Hysteria", eine Mitgliedschaft in der Rock and Roll Hall Of Fame und eine riesige weltweite Fangemeinde, die der Band auf jeder Tour die Treue beweist – Def Leppard sind nicht weniger als eine Hardrock-Legende. Angefangen in den frühen Achtzigerjahren mit "On Through the Night" bis zum zwölften Studioalbum "Diamond Star Halos" im Jahr 2022 rocken sich die Briten durch die Dekaden. Ein unverkennbarer Sound und ein sicheres Händchen für rockige Ohrwürmer machen "Pour Some Sugar On Me", "Let’s Get Rocked", "Rock Of Ages", "Photograph", "Foolin’", die Ballade "Love Bites" und viele weitere Def-Leppard-Songs zu Klassikern des Genres.
1977 im englischen Sheffield ins Leben gerufen, besteht Def Leppard 1978 aus Sänger Joe Elliott, den Gitarristen Steve Clark und Pete Willis, Bassist Rick Savage und Schlagzeuger Rick Allen. Gleich mit ihrem ersten Album, dem Heavy-Metal-lastigen "On Through the Night", können sich die Briten 1980 in den UK- und US-Charts behaupten. Vor allem in den Staaten kommen die Newcomer gut an, woran sich auch in den nächsten Jahren nichts ändern soll. "High ’n’ Dry" verkauft sich noch besser als das Debüt, bevor mit "Pyromania" der endgültige Durchbruch gelingt. Es ist das erste Album mit Gitarrist Phil Collen, der 1982 an die Stelle von Pete Willis tritt. In Amerika erlangt "Pyromania" Diamant-Status. Dementsprechend rennen die Fans Def Leppard auf ihrer US-Tour die Buden ein.
Schicksalsschläge und Charterfolge
Dann passiert etwas, das die Band vorübergehend aus der Bahn wirft: Ende 1984 wird Drummer Rick Allen bei einem Autounfall derart schwer verletzt, dass sein linker Arm amputiert werden muss. Was danach passiert, ist erstaunlich und sagt viel über Allen und seine Bandkollegen aus. Statt seine Musikerkarriere an den Nagel zu hängen, trommelt er nach kurzer Pause weiter – als einarmiger Schlagzeuger mit einem speziellen elektronischen Kit, das sich durch eine erhöhte Anzahl Fußpedale auszeichnet. Mit diesem spielt er 1987 das Album "Hysteria" ein, mit dem Def Leppard ihren Status als Hardrock-Giganten ein für alle mal zementieren. Spätestens jetzt haben auch hierzulande Freunde härterer Klänge Def Leppard auf dem Schirm: "Hysteria" schafft den Sprung in die deutschen Top-10 und "Pour Some Sugar On Me" kann sich als erste Def-Leppard-Single in der hiesigen Hitparade platzieren.
Während der Arbeit am Nachfolger "Adrenalize" schlägt das Schicksal ein weiteres Mal zu, als Gitarrist Steve Clark 1991 an einem Mix aus Drogen und verschiedenen Substanzen stirbt. Auf "Adrenalize", das die Charts im UK wie in den USA toppt, stammen sämtliche Gitarrenparts von Phil Collen. Mit Vivian Campbell ist wenig später ein adäquater Ersatzmann gefunden. Dieser prägt das sechste Album "Slang", mit dem Def Leppard stilistisch eine etwas andere, an den Sound der Neunziger angepasste Richtung einschlagen, was nicht jedem Fan schmeckt. Auf "Euphoria" kehren die Briten denn auch in ihre 80er-Hardrock-Komfortzone zurück. Und in dieser verbleiben sie bis in die Gegenwart, wie "Diamond Star Halos" 2022 belegt.
Def Leppard im neuen Jahrtausend
In der Zeit dazwischen stellen das Coveralbum "Yeah!" (2006) und der Nachfolger "Songs from the Sparkle Lounge" zwei Besonderheiten dar. Letzteres, weil es, anders als die vorangegangenen Alben, komplett auf Tour geschrieben wurde. Nach diesem Werk vergehen gut sieben Jahre, bis Def Leppard sich mit ihrem selbstbetitelten elften Longplayer zurückmelden. Fast genauso lange dauert es anschließend, bis "Diamond Star Halos" in den Regalen steht. Egal, wie viele Jahre zwischen zwei Alben liegen, Def Leppard gehen regelmäßig auf Tour, in den USA, in Europa und selbstverständlich auch Deutschland, wo sie etwa 2023 mit Mötley Crüe auftreten. Darüber hinaus liefert die Kultband mit Songs wie "Take What You Want", "Kick" oder "Fire It Up" auch heute noch astreine Hardrock-Nummern ab, als wäre seit den Achtzigern kein Tag vergangen. Auf Def Leppard ist in jeder Hinsicht Verlass!