Elfriede Blauensteiner, bekannt als "schwarze Witwe", wurde 1996 verhaftet und später wegen mehrerer Morde an Pflegefällen und Partnern verurteilt. In der dokumentarischen Selbstaufzeichnung "Ausreden" spricht sie nicht als Romanfigur, sondern in Form eines aus Protokollen, Gutachten und Vernehmungen montierten Lebensberichts. Es ist kein Krimi und kein klassisches Erzahlwerk, sondern ein Text, der wie eine unmittelbare Aussage wirkt.
Der Monolog zwingt dazu, Begriffe wie Schuld, Gerechtigkeit und Empathie neu zu denken. Dabei geht es nicht nur um juristische Schuld. Die Taten stehen fest, doch der Text zeigt auch die biografischen Bruche und Pregungen, die einer einfachen moralischen Einordnung entgegenstehen.
Florian Klenk ist der Autor dieses Werks und hat das Material aus Vernehmungen und Gesprachen ausgewahlt, verdichtet und in eine literarische Monologform gebracht. Damit arbeitet er als investigativer Journalist, der reale Falle nicht nur dokumentiert, sondern in eine erzahlerische Struktur uberfuhrt.
Als Chefredakteur des "Falter" steht Klenk fur kritischen, investigativen Journalismus, der Machtmissbrauch und Systemfehler sichtbar macht. Seine Bucher und Recherchen gehen dabei uber Einzelfalle hinaus und stellen grundlegende Fragen nach Justiz, Verantwortung und gesellschaftlichen Strukturen.