Musik zu kreieren, wie sie es in dieser Form noch nicht zu hören gab, das gelingt heutzutage kaum mehr jemandem. Das britisch-amerikanische, in L. A. ansässige Trio Gabriels aber hat genau das geschafft. Soul, Jazz, R&B und Funk treffen auf poppige und elektronische Elemente, die schwarze Musik der Sechziger- und Siebzigerjahre auf zeitgenössische Klänge. Mit seiner von Gospel und Jazz geprägten Stimme steht Sänger Jacob Lusk im Mittelpunkt der Band. Das in zwei Teilen veröffentlichte "Angels & Queens" ist ein mehr als beeindruckendes Debütalbum. Gabriels-Songs wie "Love and Hate in a Different Time", "Blame" oder "One and Only" gleichen einer Offenbarung – der eines stimmgewaltigen Erzengels.
Jacob Lusk – die Stimme der Gabriels
Bei den Gabriels handelt es sich, anders als der Name vielleicht vermuten lässt, nicht etwa um drei Brüder. Stattdessen hat sich das Trio nach der Straße im nordenglischen Sunderland benannt, in der Keyboarder Ryan Hope wohnte, bevor es ihn nach Los Angeles zog. Hope arbeitet als Regisseur für Werbefilme und Musikvideos. Als solcher wird er irgendwann auf den Komponisten Ari Balouzian aufmerksam und nimmt Kontakt auf. Die beiden werden ein Team und als sie im Laufe ihrer Zusammenarbeit einen Chorleiter suchen, kommt Jacob Lusk ins Spiel. Dieser stammt aus Compton, ist in Sachen Musik in der Kirche aktiv und ein erfahrener Sänger. So brachte er es in der TV-Show "American Idol" auf den fünften Platz und stand anschließend als Backgroundsänger unter anderem mit Diana Ross auf der Bühne. Zunächst lehnt Jacob Lusk das Angebot ab, doch Hope und Balouzian lassen sich nicht so leicht abschütteln und können ihn schließlich für ihre Zwecke gewinnen – der Grundstein für die Gabriels ist gelegt.
Lusk, Hope und Balouzian harmonieren so gut miteinander, dass sie beschließen, weiter gemeinsam Musik zu machen. Balouzian, der einen Klassik-Background mitbringt, übernimmt dabei die Geige, Hope steht am Keyboard. 2018 releasen die Gabriels ihre erste Single "Loyalty", die einem dreiteiligen Werbefilm für das Modehaus Prada entstammt. Bis zur zweiten Single "In Loving Memory" vergehen rund zwei Jahre. Neben einer wachsenden Hörerschaft nehmen auch Plattenlabels Notiz von den drei Musikern. Kurz darauf unterzeichnen diese einen Major-Deal – und sind seitdem nicht aufzuhalten.
Debütalbum "Angels & Queens" Part I und II
2021 erscheinen die vielbeachteten wie hochgelobten EPs "Love and Hate in a Different Time" und "Bloodline". Gabriels’ Auftritte beim legendären Glastonbury Festival in Elton Johns "Rocket Show", in der britischen TV-Sendung "Later … With Jools Holland" sowie bei "Jimmy Kimmel Live!" befeuern den Erfolg der Newcomer zusätzlich. Besonders im UK werden die Gabriels als nächstes großes Ding gehandelt. So ist es wenig verwunderlich, dass der erste Longplayer "Angels & Queens" sich in den dortigen Charts behaupten kann: Part I, erschienen 2022, auf Rang 25, Part II, 2023 veröffentlicht, auf einem sensationellen Platz #3. Neben den drei Hauptakteuren war der durch seine Arbeit mit Kendrick Lamar bekannte Produzent Sounwave an der Entstehung von "Angels & Queens" beteiligt.
Musikkritiker überschlagen sich mit lobenden Worten für Gabriels’ Outputs. Und jene Musikkonsumenten, die bereits den Weg zu den Soul-Pop-R&B-Gospel-Songs wie "If You Only Knew" oder "Glory" gefunden haben, warten gespannt auf die nächste Veröffentlichung der Gabriels. Oder, noch besser: darauf sie live zu hören, denn das muss ein wirklich großartiges Erlebnis sein.