Der Rapper Kollegah nimmt kein Blatt vor den Mund und polarisiert mit seinen provokanten Texten. Doch genau das macht ihn zu einem der erfolgreichsten Deutschrapper aller Zeiten. Seit Veröffentlichung seines ersten Mixtapes Mitte der 2000er Jahre feiert er einen Erfolg nach dem anderen. Kein Rapper im deutschsprachigen Raum hat mehr Nummer-1-Alben hintereinander produziert als er – mittlerweile ist der selbsternannte "Boss der Bosse" nicht mehr aus der Deutschrap-Szene wegzudenken.
Im Laufe seiner Karriere verkauft Kollegah millionenfach Tonträger und landet mit seinen Singles und Alben regelmäßig an der Spitze der deutschen Charts. Er gründet sein eigenes Label und erhält etliche Auszeichnungen und Preise, von der Goldenen Schallplatte bis zum Echo. Bekannt ist Kollegah vor allem für seine schnellen Rap-Einlagen mit bis zu neun Wörtern pro Sekunde und sein Gangster-Image. Fans feiern seine gekonnt eingesetzten, doppeldeutigen Wortspiele und harten Punchlines.
Aus T.O.N.I. wird Kollegah
Als Felix Antoine Blume 1984 im hessischen Friedberg geboren, wächst Kollegah im Hunsrück ohne seinen leiblichen Vater auf. Nach bestandenem Abitur und ersten beruflichen Erfahrungen als Übersetzer widmet er sich bald vollständig seiner großen Leidenschaft – dem Deutschrap. Ab 2003 macht er sich in der Battle-Rap-Szene unter dem Pseudonym T.O.N.I. einen Namen.
Wenig später tritt der mit 15 Jahren zum Islam konvertierte Künstler unter dem Namen Kollegah auf. So nennt ihn sein algerischer Stiefvater, der ihn mit dem islamischen Glauben in Berührung bringt. Seine ersten Tracks präsentiert Kollegah im Jahr 2004 auf der Online-Plattform "Reimliga Battle Arena". Ein Jahr später veröffentlicht er das Gratis-Mixtape "Zuhältertape" auf seiner Webseite. Im Jahr 2007 erscheint das Debütalbum "Alphagene", das Platz 51 der deutschen Charts erreicht.
Seine ersten Veröffentlichungen bringt der inzwischen in Düsseldorf lebende "Boss" beim unabhängigen Hip-Hop-Label "Selfmade Records" heraus.
Kollegah erklimmt den Rap-Olymp
Mit jedem neuen Album erreicht Kollegah höhere Positionen in den deutschen Charts. Sein zweites Album "Kollegah" von 2008 klettert schon auf Platz 17, "Bossaura" von 2011 schafft es erstmals unter die Top 10 auf Platz 5.
Mit "King" feiert der Rapper seinen endgültigen Durchbruch: Innerhalb von 24 Stunden werden bereits 100.000 Alben verkauft. "King" schnellt an die Spitze der deutschen, österreichischen und schweizerischen Charts und erlangt dreifachen Gold-Status.
Der "Boss" bleibt produktiv und veröffentlicht alle ein bis zwei Jahre neue Alben, von denen fast alle an die Pole Position der deutschen Albumcharts schießen, darunter:
- "Zuhältertape Vol. 4"
- "Imperator"
- "Monument"
- "Alphagene II"
Neben Projekten als Gastmusiker bei Bushido oder KC Rebell veröffentlicht Kollegah zusammen mit seinen Rapper-Kollegen Farid Bang und Asche Kollaborationsalben, die ebenfalls auf Platz 1 landen.
Auch sonst ist Kollegah umtriebig: Auf seinem YouTube-Kanal "Bosshaft TV" präsentiert er eine wöchentliche Late-Night-Show und Videoblogs. 2016 gründet der Rapper sein eigenes Plattenlabel "Alpha Music Empire". Mit seinem ersten Buch "DAS IST ALPHA! Die 10 Boss-Gebote" versucht sich der Musiker als Autor eines Lebensratgebers.
Gangsta-Rap und Entertainment
Live überzeugt der "Boss der Bosse" mit schweißtreibenden Shows und seinen vom Gangsta-Rap geprägten Tracks voller Reimketten, die er regelmäßig in doppelter Geschwindigkeit zum Besten gibt. Der Doubletime-Rapper stellt sein sprachliches Geschick in Songs wie "Billionaire’s Club", "Gs sterben jung", "Veni, Vidi, Vici", "Mondfinsternis" und "AKs im Wandschrank" unter Beweis.
Kollegah-Shows bieten ein innovatives Zusammenspiel aus Rap und Videoinstallationen, Schauspieleinlagen und Publikumsinteraktionen. Der Gangsta-Rapper zeigt sich auf der Bühne als humorvoller Entertainer – kein Wunder, dass Tickets für Kollegah-Konzerte schnell ausverkauft sind. 2014 während der "King"-Tour von Kollegah musste ein großer Teil der Gigs wegen der hohen Nachfrage kurzerhand in größere Hallen verlegt werden.
Auch auf musikalischen Großveranstaltungen wie dem Love Music Festival, dem Hip Hop Open oder dem Splash! weiß der "Boss" seinen Fans einzuheizen und bringt die Massen zum Toben.