Für Elly Jackson fühlte sich gleich alles richtig an, als sie sich 2009 der Welt als La Roux präsentierte. Das auffällige rote Haar. Das androgyne Image. Die sehnsuchtsvollen und dennoch wütenden Songs über verlorene und gefundene Liebe. Die eingängigen Pop-Hooks, eingebettet in skurrile Melodien. Es war die perfekte Popsensation, ihre erste Single „In For The Kill“ erreichte in den britischen Charts Platz 2, der Nachfolger „Bulletproof“ Platz 1.
Insgesamt hat La Roux weltweit mehr als 6 Millionen Singles verkauft, das gleichnamige Debütalbum ging 2 Millionen Mal über die Ladentische und erhielt einen Grammy als bestes Electronic-/Dance-Album des Jahres 2011. Daraufhin ging Elly auf Tour und verbrachte nahezu zwei Jahre ununterbrochen mit Konzerten und Promotion. Danach musste sie sich eine Auszeit nehmen und lernen, besser auf sich achtzugeben. „Das Touren hat mir wirklich Spaß gemacht“, meint sie. „Aber es geht alles so schnell, man wird einfach mitgerissen und hat gar keine Zeit, das alles zu verarbeiten. Und dann holt es einen ein.“
Deshalb hat sie sich mit dem neuen Album Zeit gelassen. Während der Arbeit wurde Elly klar, dass sie sich musikalisch in eine andere Richtung entwickelte als Ben Langmaid, der schon beim Vorgänger mit von der Partie gewesen war. „Das neue Album ist anders. Die Musik hat irgendwie eine warme, sexy Energie. Aber es ist immer noch absolut La Roux. Das merkt man an vielen Stellen, den Riffs und Hooks, die ich schreibe, und auch an meiner Stimme."
Trouble In Paradise widmet sich der Dunkelheit, die hinter dem schönsten Lied lauert, den Zweifeln in den glücklichsten Beziehungen und Problemen jeglicher Form, seien es die Unruhen in Brixton, dem Londoner Stadtteil, in dem sie noch immer zu Hause ist („Uptight Downtown“); Konflikte von Paaren („Cruel Sexuality“, „Kiss And Not Tell“) oder freche Geschichten wie „Sexoteque“. Das Album ist diesmal weniger persönlich geworden, dafür reifer und ambitionierter, in seinem Inhalt aber auch verspielter. Doch auch wenn Elly Wert auf die Texte legt, ihre eigentlichen Geschichten erzählt sie mit der Musik.