Das slowenische Kollektiv Laibach hat Details zu seinem neuen Album "MUSICK" bekannt gegeben, ihrem ersten Studioalbum mit eigenem Material seit "Spectre" (2014). Auf "MUSICK" feiern Laibach unsere heutige Zeit der verzerrten Realität und der grellen KI-Nachahmungen und üben spielerische Kritik daran – mit einer Sammlung unbestreitbar eingängiger Pop-Songs, die sich an der hyperdynamischen Postmoderne ergötzen.
Der Titel des Albums, "MUSICK", birgt den Schlüssel zu dieser Dualität. Er spricht von Übersättigung, davon, die Musik satt zu haben – in einer Zeit, in der es so viel davon gibt, dass wir uns kaum noch darauf einlassen können. Täglich werden über 100.000 neue Titel online hochgeladen, und eine wachsende Zahl von Songs sind KI-generiert, digitaler Müll. Wie so vieles im heutigen Leben lässt uns schon der einfache Akt des Musikhörens die Realität hinterfragen. MUSICK thematisiert diese Übersättigung durch seine sich ständig verzerrenden Klänge und Bezugspunkte, spricht aber auch eine andere Art von "Krankheit" an: eine pathologische Hingabe an die Musik – "eine Obsession, eine Art Droge" –, die Laibach in dieser Ära der Übersättigung weiterhin antreiben.
Das Album enthält Titel "Allgorhythm", bei dem die ghanaische Sängerin Wiyaala mitwirkt. Der Track, der von Pop-Größe Richard X (bekannt für seine Zusammenarbeit mit den Sugababes, Goldfrapp, New Order und Kelis) mitproduziert wurde, wird von einem fröhlichen Video begleitet, in dem Laibachs herausragender Frontmann und Wiyaala zu sehen sind – und das darauf ausgelegt ist, euren Algorithmus in die bestmögliche Richtung zu lenken. Dieser Vorgeschmack auf das Album ist ein gewagtes Mash-up aus elektronischen Pop-Klischees, eingängigen Hooks und Beats. Sowohl inhaltlich als auch formal setzt er die manipulative Natur von Algorithmen geschickt mit der der Musik selbst gleich – beides Zauber, denen wir uns ausgeliefert fühlen. Laibachs Pop-Ausrichtung erregte kürzlich die Aufmerksamkeit des slowenischen Staatssenders RTV, der "Allgorhythm" als potenziellen offiziellen Beitrag für den Eurovision Song Contest 2026 ins Auge fasste, bevor sich RTV Ende letzten Jahres aus dem Wettbewerb zurückzog.
Bei der Produktion des Albums in ihrem Studio in Ljubljana verfolgte die Band einen maximalistischen Ansatz. Sie umgaben sich mit allen erdenklichen Musikgeräten – von analogen Synthesizern über Spielzeug bis hin zu Computern voller Sound-Apps – und luden Mitwirkende aus Slowenien und darüber hinaus ein, darunter ihre langjährige Mitstreiterin Donna Marina Mårtensson und den Elektropop-Produzenten Richard X. Sie tauchten in ein breites Spektrum zeitgenössischer Musikproduktion ein, von K-Pop und J-Pop bis hin zum Eurodance der 90er Jahre. "Unser wichtigster Einfluss und Bezugspunkt blieb jedoch Laibach selbst", so Laibach, "in all unseren Facetten, Variationen und historischen Wandlungen." "MUSICK" ist durch und durch Pop, aber es ist auch durch und durch Laibach.