NEIL COWLEY TRIO
Neil Cowley - Komponist, Pianist
Rex Horan - Bass
Evan Jenkins - Schlagzeug
Schon in jungen Jahren erhielt Neil Cowley eine klassische Musikausbildung und trat bereits mit zehn Jahren mit einem Klavierkonzert von Schostakowitsch vor ausverkauftem Haus in der Londoner Queen Elizabeth Hall auf. Mitte seiner Teenagerjahre kehrte er der klassischen Laufbahn den Rücken und wandte sich Old-School-RnB, Soul und Funk zu. Er arbeitete mit einigen der erfolgreichsten Bands dieser Zeit, darunter Brand New Heavies und Zero 7, und gründete parallel sein eigenes Chill-out-Produktionsduo Fragile State.
2005 kehrte Cowley zu seiner ersten Liebe, dem Klavier, zurück und gründete das Neil Cowley Trio. Mit ihrem energiegeladenen Sound und einer Jazz-trifft-Rock-Ästhetik rückten Cowley und sein Trio an die Spitze einer neuen britischen Post-Jazz-Bewegung. Geprägt von eingängigen Melodien, stadiongroßen Piano-Riffs und verspielten Ausflügen ebenso wie von feinen, berührenden Passagen, stellte das Trio das klassische Bild des Jazz-Klaviertrios grundlegend auf den Kopf. Es folgten sechs hochgelobte Studioalben: Displaced (2006), ausgezeichnet mit dem BBC Jazz Award 2007 als bestes Album; Loud... Louder... Stop (2008), von Mojo als "Modern Classic" gefeiert; Radio Silence (2010), das Cowleys Ruf als brillanter, schillernder Komponist festigte; The Face of Mount Molehill (2012) mit Streichensemble, das dem Trio 2013 den Jazz FM Award als Best UK Jazz Act einbrachte; sowie Touch and Flee (2014), von Cowley selbst als sein "Konzertsaal-Album" bezeichnet. 2016 erschien Spacebound Apes, ein fantasievolles Konzeptalbum mit elektronischen Elementen, das als "Post-Rock-Jazz-Meisterwerk" und als Magnum Opus des Trios gilt.
In dieser Zeit erarbeitete sich das Trio einen Ruf für mitreißende Live-Auftritte, getragen von Cowleys typisch britischem Witz und seiner außergewöhnlichen Nähe zum Publikum. Zahlreiche Aktivitäten folgten: ein TV-Auftritt bei Later with Jools Holland, Beiträge auf zwei Mojo-Cover-CDs (Neubearbeitungen von Songs der Beatles und der Beach Boys) sowie ein Jahr als Musician in Residence in Derry-Londonderry. Mit Neil n’ Dud würdigte Cowley sein Idol Dudley Moore in einer Live-Show und einer begleitenden Radiosendung für Jazz FM, die er selbst schrieb und moderierte und die später für einen Arqiva Commercial Radio Award nominiert wurde. Weitere Radioarbeiten folgten mit zwei Dokumentationen für die BBC.
Neben seiner Arbeit mit dem Trio entwickelte sich Cowley zu einem gefragten Pianisten für Acts, deren kunstvolle Pop-Songs jazzige Technik und rhythmische Flexibilität verlangen. Berühmt wurde sein Beitrag zu weltweit erfolgreichen Alben der mehrfachen Grammy-Gewinnerin Adele, darunter das markante Klavier in Rolling in the Deep - was ihn 2011 buchstäblich zum meistgehörten Pianisten der Welt machte. Zudem verlieh er Künstlern wie Emeli Sandé, Birdy und Michael Kiwanuka seine unverwechselbare Klavierhandschrift.
2017 legte Neil Cowley das Trio vorübergehend auf Eis, um sich als Solokünstler neu zu positionieren. Er integrierte Ambient-, elektronische und neoklassische Elemente in seinen Sound und arbeitete mit Künstlern wie Maribou State, Jacana People, Rival Consoles, Christian Löffler und anderen zusammen. 2019 erschien Grains & Motes in Zusammenarbeit mit dem Elektronikkomponisten Ben Lukas Boysen, gefolgt von der erfolgreichen EP-Reihe Building Blocks im Jahr 2020. 2021 veröffentlichte er sein gefeiertes Solo-Debütalbum Hall of Mirrors, 2023 folgte Battery Life. Trotz der stärkeren elektronischen Ausrichtung blieb seine Solomusik stets Ausdruck seiner tiefen Liebe zum Klavier und seiner anhaltenden Affinität zum Rhythmus.
2024, angestoßen durch Cowleys lange Phase des alleinigen Musikschaffens, kam es nach siebenjähriger Pause zur Wiedervereinigung des Neil Cowley Trios. Aus diesem freudigen Comeback entstand ihr siebtes Studioalbum Entity.