Mit lautstarkem Support zu neuen Erfolgen: Der ÖFB ist nicht nur der Zusammenschluss der Fußball-Landesverbände und der Bundesliga in Österreich, sondern auch bereits seit 1905 FIFA-Mitglied. Tickets für ÖFB-Länderspiele sind daher heiß begehrt.
Das Wunderteam der 1930er Jahre
Der ÖFB wird am 18. März 1904 gegründet. Seine Vorgänger sind die Österreichische Fußball-Union (ÖFU) von 1900 und der Österreichische Fußball-Verband (ÖFV), der 1904 aus der Taufe gehoben wird. Schon in den ersten Jahrzehnten nach der Gründung erlebt der ÖFB dramatische weltpolitische Entwicklungen mit. Die Schreckensherrschaft der Nazis und der Beginn des Zweiten Weltkriegs wirken sich auch auf den österreichischen Fußball aus und es kommt zu Brüchen innerhalb der Organisation.
Rein sportlich können die 1930er Jahre allerdings als die erfolgreichsten der ÖFB-Elf gelten. Als sogenanntes "Wunderteam" schlagen die Österreicher um Kapitän Matthias Sinderlar 1931 nicht nur die klar favorisierten Schotten mit 5:0, sondern schaffen auch gegen Deutschland, die Schweiz Ungarn, Belgien und Frankreich teils hohe Siege. Selbst gegen das als übermächtig geltende England verliert das Team nur knapp mit 3:4. Bei der WM 1934 ist dann erst im Halbfinale Schluss.
Rekorde und die "Hitzeschlacht"
Nach Kriegsende kann der ÖFB endlich abermals Länderspiele als österreichische Mannschaft austragen. Nun folgt eine weitere Ära, die mit der Weltmeisterschaft 1954 ihren Höhepunkt findet. Bereits während der Qualifikation setzt der ÖFB Maßstäbe und bezwingt Portugal mit 9:1. In die Geschichte geht das WM-Spiel gegen Gastgeber Schweiz ein: Österreich siegt zwar mit 7:5 und leistet so seinen Beitrag zum torreichsten WM-Spiel aller Zeiten. Die hohen Temperaturen setzen den Spielern allerdings schwer zu und die Partie wird als "Hitzeschlacht" bekannt.
Erst im Halbfinale gegen den späteren Weltmeister Deutschland ist die Reise des Teams von Trainer Eduard Frühwirth dann zu Ende. Auf die 1:6-Niederlage folgt noch ein Sieg gegen Uruguay, der gleichbedeutend ist mit dem dritten Platz. In den folgenden Jahren kann der ÖFB diese Erfolge nicht mehr bestätigen und 1962 verzichtet Österreich aus finanziellen Gründen sogar auf die Teilnahme an der WM in Chile.
Wechselhafte Zeiten für den ÖFB
Nun folgt eine sehr wechselhafte Zeit. Einem Sieg gegen England im Wembley-Stadion 1965 oder auch das "Wunder von Córdoba", bei dem der ÖFB während der WM 1978 den amtierenden Weltmeister Deutschland mit 3:2 besiegt, stehen verpasste Turniere und teils schmerzhafte Niederlagen gegenüber. Auch die EM 2008, die der ÖFB gemeinsam mit der Schweiz austrägt, gerät mit einem Aus in der Vorrunde zur Enttäuschung.
Gute Nachrichten gibt es dafür an anderer Stelle. Nach langem Zögern entscheidet sich der ÖFB 1990 endlich auch für die offizielle Anmeldung einer Nationalmannschaft der Frauen. Das erste Länderspiel findet am 25. August in der Schweiz statt. Die 1:5-Niederlage ist dabei nur Nebensache, denn endlich ist auch der Frauenfußball in Österreich auf dem Vormarsch.
Achtungserfolge für das Frauen- und Männerteam des ÖFB
Während die Damen sich erstmals 2017 für die Europameisterschaft qualifizieren und die Gruppenphase sogar als Erstplatzierte abschließen, geht es auch für die Herren wieder bergauf. Der ÖFB qualifiziert sich für die EM 2016 und erreicht mit Rang 10 die beste Platzierung in der FIFA-Weltrangliste. Aufstrebende Topstars wie David Alaba, Marko Arnautović oder Kapitän Christian Fuchs begeistern die Fans endlich wieder und machen den ÖFB zum Erlebnis.
Spätestens seit dieser Zeit sind die Spiele des ÖFB erneut eine Show für Jung und Alt. Mit dem lautstarken Support der eigenen Fans und einer immer stärker werdenden Bundesliga steht einer dritten Ausgabe des "Wunderteams" eigentlich nichts mehr im Wege.