Im Jahr 1992 erscheint eine Band auf der Bildfläche, die klingt wie keine andere vor ihnen. Als Crossover wird der Sound, den Rage Against The Machine den Leuten mit voller Wucht um die Ohren hauen, im Allgemeinen bezeichnet. In der Tat sprengt der Vierer aus Los Angeles auf seinem selbstbetitelten Debütalbum Genregrenzen – und holt damit Anhänger verschiedenster Musikstile von Hip-Hop bis Metal ab. Songs wie "Killing in the Name", "Bullet in the Head" und "Bombtrack" haben seitdem Kultstatus und funktionieren heute genauso gut wie in den Neunzigern. Allein mit diesem ersten Album schrieben RATM Musikgeschichte.
Was die Truppe, bestehend aus Frontmann Zack de la Rocha, Gitarrist Tom Morello, Bassist Tim Commerford und Drummer Brad Wilk, neben ihrem einzigartigen Stilmix auszeichnet, ist die Wut und Kraft, die sie mit ihrer Musik transportiert. Kompromisslos links, prangert das Quartett in seinen Lyrics politische und gesellschaftliche Missstände an. Die prägnante Textzeile "Fuck You, I Won’t Do What You Tell Me" aus "Killing in the Name" steht für die rebellische Haltung der Bandmitglieder, die sich zum Teil auch außerhalb ihrer Aktivitäten bei Rage Against The Machine für soziale Gerechtigkeit stark machen.
RATM - Nebenprojekte und Zukunft
Nach dem beeindruckenden Debütalbum wollen die Fans verständlicherweise mehr. 1996 erscheint "Evil Empire" mit den Singles "Bulls on Parade" und "People of the Sun" und erreicht international hohe Chartplatzierungen. Ihr drittes Werk veröffentlichen Rage Against The Machine 1999 unter dem Titel "The Battle of Los Angeles". Wie sein Vorgänger erreicht es die #1 der US-Billboard-Charts. Die kommerziell erfolgreichsten Album-Singles sind "Guerilla Radio" und "Sleep Now in the Fire". Im Jahr 2000 wirft Zack de la Rocha das Handtuch. Das zu diesem Zeitpunkt bereits fertiggestellte Coveralbum "Renegades" kommt kurz nach der Bekanntgabe dieser schlechten Neuigkeit auf den Markt. Während der Ex-Fronter auf Solopfaden wandelt (ein Soloalbum erscheint allerdings nie), holen die übrigen Bandmitglieder den einstigen Soundgarden-Sänger Chris Cornell an Bord, um fortan unter dem Namen Audioslave gemeinsame Sache zu machen. Das Ergebnis sind drei erfolgreiche Alben, die sich musikalisch und vor allem gesanglich deutlich von Rage Against The Machine unterscheiden. Das 2003 veröffentlichte "Live at the Grand Olympic Auditorium" befeuert bei RATM-Fans derweil den Wunsch nach einer Reunion.
2007 kommt dann tatsächlich erneut zusammen, was zusammen gehört – sehr zur Freude der Fan-Gemeinde, deren deutsche Angehörige infolgedessen unter anderem bei Rock am Ring und Rock im Park in den Genuss kommen, Rage Against The Machine live abzufeiern. Nach einigen internationalen, umjubelten Live-Shows, von denen die im Londoner Finsbury Park auf DVD/Blu-ray erscheint, macht die Band 2016 abermals ohne Zack weiter. Diesmal übernehmen B-Real von Cypress Hill und Chuck D von Public Enemy das Mikrofon. Die Formation veröffentlicht 2017 ihr selbstbetiteltes Album "Prophets of Rage". Die Hoffnung, dass dies dennoch nicht das Ende von RATM bedeutet, bestätigt sich 2019, als die Band weitere Konzerte in Originalbesetzung ankündigt. Dass es ein unvergessliches Erlebnis ist, RATM live zu erleben, davon zeugen Aufnahmen wie die aus dem Finsbury Park. Wer also jemals die Chance hat, ein Konzert der Kultband zu besuchen, sollte keine Sekunde lang zögern.