Keine Frage: Er ist einer der bedeutendsten Songwriter der letzten Jahrzehnte. Als Bassist und hauptverantwortlicher Komponist und Texter von Pink Floyd ist Roger Waters zur lebenden Legende avanciert. Wie schon in den Siebzigerjahren, versammeln sich auch heute zigtausende Fans in den Arenen der Welt, wenn Roger Waters auf Tour geht. Auf seinen Live-Konzerten gibt der Brite sowohl Pink-Floyd-Klassiker als auch Highlights aus seiner langjährigen Solokarriere zum Besten.
Von Pink Floyd zur Solo-Karriere
George Roger Waters kommt 1943 in einem kleinen Ort in der englischen Grafschaft Surrey zur Welt. In den Sechzigerjahren trifft er während seines Architekturstudiums in London auf Keyboarder und Sänger Richard Wright und Schlagzeuger Nick Mason. Gemeinsam mit Sänger und Gitarrist Syd Barrett rufen die Studenten 1965 Pink Floyd ins Leben, bei denen ab 1968 David Gilmour das Mikro und die Gitarre übernimmt. In den folgenden Jahren prägt Waters die Entwicklung der Band maßgeblich. Mit Alben wie "The Dark Side of the Moon", "Animals" oder "The Wall" schreiben die Briten Musikgeschichte. "The Final Cut" aus dem Jahr 1983 ist schließlich das letzte Pink-Floyd-Album mit Roger Waters, der der Band wenig später den Rücken zukehrt.
Nachdem er die Band 1985 verlassen hatte, etablierte er sich mit Alben wie "Amused to Death" (1992) oder "Is This the Life We Really Want?" (2017) erfolgreich als Solokünstler – ein Weg, den er bereits 1984 mit seinem Solo-Debüt "The Pros and Cons of Hitch Hiking" einschlug.
Alben, Tourneen und "The Wall"
An den Megaerfolg seiner ehemaligen Band kann Roger Waters’ erstes Solo-Werk zwar nicht anknüpfen, dennoch verkauft sich der Erstling sowie der Nachfolger "Radio K.A.O.S." alles andere als schlecht. Große Aufmerksamkeit sichert sich der musikalische Mastermind 1990 mit seiner Inszenierung von "The Wall" in Berlin. Kurz nach dem Mauerfall wird das spektakuläre Event zu einem unvergesslichen Live- und TV-Ereignis, an dem neben Waters selbst zahlreiche illustre Gäste beteiligt sind. Kein Wunder, dass sich "Amused to Death" 1992 auf Rang 4 der deutschen Albumcharts platzieren kann.
Danach wird es in Sachen Veröffentlichungen still um Roger Waters. 1999 meldet er sich mit der mehrjährigen "In the Flesh"-Tour zurück. 2005 erscheint die klassische Oper "Ça ira" in Albumform – ein Projekt, an dem Waters seit vielen Jahren gearbeitet hat. Im selben Jahr treten Pink Floyd bei einem Live-Aid-Konzert in London noch einmal gemeinsam auf. Ein seltener Moment, der sich 2011 im Rahmen der "The Wall"-Tournee wiederholt.
25 Jahre nach Amused to Death" veröffentlicht Roger Waters 2017 sein viertes Soloalbum "Is This the Life We Really Want?", dem in mehreren europäischen Ländern der Sprung in die Top 3 der Charts gelingt. Nach der erfolgreichen "Us + Them" Tour 2017 und 2018 kündigt Roger Waters 2022 seine erste Farewell-Tour unter dem Titel "This Is Not A Drill" an. Bleibt zu hoffen, dass sich das Farewell noch einige Jahre hinzieht, damit möglichst viele Menschen in den Genuss kommen, die Musikerlegende Roger Waters live zu erleben!