2014 hat sich die österreichische Songwriterin, die 2011 nach Hamburg auswanderte um eben dort unerwartet die Liebe zur österreichischen Muttersprache zu entdecken, in eben dieser gefunden und neu erfunden.
Akustisch reduziert und knackig Instrumentiert hört man Einflüsse von Chanson, Pop, Folk und Musiksatire. Eine musikalische, humorvolle Wiederentdeckung der eigenen Sprache, der eigenen Mentalität.
Sabine Stieger ist eine scharfzüngige Songschreiberin, stimmgewaltige Chanteuse und augenzwinkernde Gschichtlerzählerin.
Das Leben prägt Dich, es macht Dich zu der, die Du bist.
Diese Erkenntnis bildet den Ausgangspunkt für Sabine Stiegers neues Album, das die Essenz all dessen darstellt, was sie als Mensch erlebt hat. Wollte man es pathetisch ausdrücken – in den acht Songs des Albums steckt die musikalische Essenz eines gelebten Lebens. Ihres Lebens. Der Titel ist folgerichtig Programm: „I“. Die Songs sind persönlich, stark autobiographisch und erlauben so einen intimen Blick in das Innenleben einer starken Künstlerpersönlichkeit. Es geht um die die großen, die universell gültigen Themen: Tod. Trauer. Depression. Verzweiflung. Vertrauen. Liebe. Das Schicksal. Selbsterkenntnis im engsten Sinne. Gefällt einem denn das eigene Spiegelbild?
Mit zunehmender Erfahrung und Reife drängen diese Fragen ins Bewusstsein und oft schmerzt es, sich ihnen zu stellen.
Dennoch oder gerade deshalb geht Sabine Stieger in „I“ dorthin, wo es weh tut und „schenkt sich“ ihren eigenen Worten nach, dieses zutiefst persönliche, fragile und gleichzeitig so starke Werk.
Denn mit dem Schmerz kommt auch der Soul. Dieser lässt sie ausserdem eine neue stimmliche Identität finden – leiser und unaufgeregter zeigt sich Sabine Stieger hier.
Weniger ist mehr. Umso intensiver, tiefer ist die Wirkung, die sie erzielt. Sie selbst sagt, dass in diesen neuen Songs ihr Herz lauter schlagen zu hören ist, als je zuvor. Man ist gewillt, es ihr nicht nur abzunehmen, man spürt es. Intensiv, unmittelbar und direkt unter die Haut gehend ist die Wirkung der Musik.
Sabine Stieger Gesang, Bernhard Eder Klavier