Eggner Trio
Julia Mann, 2. Violine & Peter Aigner, Viola
Programm: Beethoven Trio, Floredo-Quinett, Brahms Klavierquintett
Wenn Georg, Florian und Christoph Eggner mit dem nach ihrem benannten Klaviertio in St. Florian auftreten, darf getrost von einem Heimspiel die Rede sein.
Dieses auf der ganzen Welt erfolgreiche Ensemble folgt der Einladung unseres Festivals, das „offizielle“ Eröffnungskonzert der St. Florianer Brucknertage 2026 zu bestreiten.
Wenn nun, nach dem vor einigen Tagen bereits das heimische „Atalante Quartett“ sein Debut bei unserem Festival bestritt, steht doch außer Zweifel, dass Oberösterreich (und hier speziell der Zentralraum, das Atalante Quartett ist mehrheitlch auch im Bezirk Linz Land verwurzelt), im Sog von Anton Bruckner ein guter Nährboden für die Entwicklung höchster musikalischer Qualität gegeben ist. Wenn nun als das „Eggner – Trio“ mit dem „Geister-Trio“ in D-Dur, op. 70/1 von Ludwig van Beethoven die Bühne des Marmorsaals des Stiftes St. Florian betritt, werden Sie ab der ersten Sekunde nicht nur von der Musik Beethovens, sondern auch vom außerordentlichen Niveau der Ausführung be“geist“ert sein.
Michael Floredo, dessen Klavierquintett mit dem Titel „Fermaten-Quintett“ an diesem Abend zum ersten mal erklingen wird, schreibt selbst über sein Werk: ….“ Die Sprache dieses Stückes formt sich aus Tradition und zeitgerechter Musik und ist auch absolut zeitlos gehalten“……..“ Das Werk besteht aus neun unterschiedlich im Tempo abwechselnden kurzen Sätzen, die nahtlos übergehen und zeitlich immer länger werden. Einzelne musikalische Themen, die traditionell gehalten sind, werden nach und nach durch Beschleunigung und „Diskussion aller einzelnen gleichberechtigten Stimmen“, sprich Kontrapunkt, in unsere Zeit hereingeholt.“…… Uns erwartet also ein ca. 20- minütiges „neues“ Werk…..Sollen wir nicht öfter den Mut haben, „Neues“ zu wagen? So wie Anton Bruckner immer wieder „Neues“ gewagt hat, und wenn auch nicht immer von Erfolg gekrönt, dem Publikum doch immer wieder „Neues“ präsentiert hat?
Johannes Brahms, dieser oft im Zusammenhang mit Anton Bruckner als dessen Antipode bezeichnet, steht dann nach der Pause mit seinem Klavierquintett in f-moll, op. 34 am Programm.
Wie schon beim Klavierquintett von Michael Floredeo gesellen sich hier Julia Mann (2. Violine) und Peter Aigner (Viola) zum Eggner-Trio.
Ursprünglich für Streichquintett und dann als Sonate für 2 Klaviere konzipiert, fand erst die Umarbeitung für die heute zu hörende Fassung einhellige Zustimmung, vor allem bei Clara Schumann und Joseph Joachim. Und auch jener Hermann Levi, der Anton Bruckners achte Sinfonie in seiner ersten Fassung ablehnte, zeigte sich euphorisch über dieses Werk: „Ein Meisterwerk von Kammermusik, wie wir seit dem Jahre 1828 [dem Tod Schuberts] kein zweites aufzuweisen haben.“