Uraufgeführt in London am 14. Februar 1895, gehört das Stück zu den erfolgreichsten Dramen Wildes, in welchem er geistreich und ironisierend die viktorianische Oberschicht attackiert. Diese absurd komische und bitterböse Abrechnung mit Heuchelei und Oberflächlichkeit ist einer der häufigst gespielten Bühnenklassiker. In der rasanten Fassung von Heinz-Arthur Boltuch wird Oscar Wildes mit Sprachwitz gespickte Komödie zum hinreissenden Theaterspaß.
Oscar Wilde (1854 - 1900) war einer der ersten Dandys, der wortgewandt und auffällig gekleidet die viktorianische Gesellschaft mit ihrer Zugeknöpftheit konfrontierte.
Inhalt:
Algernon und Jack sind zwei Dandys wie aus dem Bilderbuch. Sie lieben das Vergnügen und haben, um ihre ausschweifenden Leidenschaften mit ihren gesellschaftlichen Verpflichtungen vereinen zu können, ein Doppelleben erfunden. Algernon einen kränklichen Freund namens Bunbury, um aufs Land fahren zu können. Und Jack den leichtlebigen Bruder Ernest, dessentwegen er öfter in die Stadt muss. Absurderweise verlieben sich beide in Frauen, deren Lebensziel es ist, einen Mann namens Ernest zu heiraten. Was praktisch ist, da sich beide, Algernon und Jack, als Ernest ausgeben. Von nun an nimmt eine wilde Komödie um Mehrdeutigkeit der Sprache, Ernsthaftigkeit, Wahrheit und Lüge ihren Lauf. Am Ende stellt sich heraus, dass Jack als Baby irrtümlich am Bahnhof Victoria vergessen wurde und in Wahrheit Algernons Bruder ist. Er heißt tatsächlich Ernest. Ein Happyend auf allen Linien.