Vermutlich wird es in Trumps Weißen Haus also nie Ben & Jerry’s Eis geben?
Ich habe Fotos gesehen, auf denen Trump unser Eis isst. Ich war schon im Weißen Haus und habe Präsident Clinton Eis serviert. Unsere Firma bezieht aber keine parteipolitischen Positionen, wir sind nicht Anti-Trump. Wir setzen uns für unsere Werte ein. Sollte sich hier eine Übereinstimmung mit Trump ergeben, dann könnte ich mir irgendwann Ben & Jerry’s auch dort vorstellen.
Geht die Zusammenarbeit mit Künstlern wie Ziggy Marley oder der Band Phish mit der Sorte „Phish Food“ weiter?
Mit der Band Phish haben wir eine großartige Beziehung, diese Geschmacksrichtung stellen wir seit mehr als 25 Jahren her. Auch wenn viele Menschen die Band Phish nicht kennen mögen sie die Sorte. Das ist ein Fun-Part an unserem Geschäft. Wenn Menschen Musiker wie Elton John, Phish oder Jerry Garcia nicht kennen, mögen sie trotzdem das Eis mit deren Namen. Mit Phish verbindet uns die intensivste Zusammenarbeit mit Künstlern. Wir haben seit dem Launch jedes Jahr etwas Spezielles mit ihnen gemacht. Im Vorjahr spielten Phish zwölf Shows im Madison Square Garden in New York, die sie „The Bakers Dozen“ nannten. Also kreierten wir ein Donut-Eis, das es nur am einem Tag gab.
Wie bekommt man konstant Produktplatzierungen in der „Tonight Show“ für umsonst?
Jimmy Fallon ist ein großartiger Typ. Es gab einen Auftritt seiner Hausband The Roots die über Ben & Jerry’s sangen, weil sie unser Eis lieben uns es zu dem Sketch gepasst hat. Also habe ich ihnen zehn große Becher Eis geschickt, um mich bei den Autoren, den Produzenten und dem Team zu bedanken. Dann rief mich Jimmy Fallon an und wollte sich bei
mir bedanken. Ich habe ihm daraufhin versprochen, das nächste Mal genügend Eis für die gesamte Mannschaft zu organisieren. Ein Monat später brachte ich unzählige Becher nach New York und irgendwie landeten wir in seinem Büro. Ich sagte ihm, dass wir erst vor kurzem eine Geschmacksrichtung für den Comedian Stephen Colbert entwickelt hatten und nicht auf der Suche nach einem weiteren Comedian sind. Er fand das schade, denn es wäre doch so cool, seine eigene Ben & Jerry’s Sorte zu haben. Er kam mit der Idee eines „Late Night Munchie“, da sollten Kartoffelchips rein.
Nach einigen Wochen hatten wir eine Möglichkeit gefunden, dass die Chips nicht labbrig wurden. Wir haben die Chips gecrushed, zu einer Kugel geformt, darüber kam gesalzene Karamellcreme und Schokolade. Sie haben es geliebt! Beim Thema Geld war schnell klar, dass Jimmy Fallon keines wollte, also beschlossen wir, den Gegenwert für diese Werbung für die Aufklärung über Fair Trade zu verwenden. So haben wir das einige Jahre lang durchgezogen. Als er dann die „Tonight Show“ übernommen hat war klar, dass wir ebenfalls etwas Neues machen mussten. So brachten wir die Geschmacksrichtung „Tonight Dough“ auf den Markt, die in den USA zu unserer drittbest verkauften Sorte wurde.
Ein Vögelchen hat mir gezwitschert, dass Cannabis ein Thema werden könnte?
Wir sehen unsere Produkte als „Adult Icecream“, wir stellen Geschmacksrichtungen hauptsächlich für Erwachsene her und nicht für Kids. Also lassen wir uns diese Türe offen. Eines der Probleme ist die Legalisierung von Marihuana in den Vereinigten Staaten. Es ist in Kalifornien, in Colorado und Maine zum Beispiel legal, aber in vielen Gegenden nicht. Da stellt sich das Problem des Transports, denn wir könnten es nicht durch Staaten fahren, in denen Cannabis illegal ist. In Vermont wird in diesem Juli der Besitz für den persönlichen Konsum legalisiert, aber nicht zu kommerziellen Zwecken. Das ist noch ein langer Weg.
Aber liegt, streng geheim, im Ben & Jerry’s-Tiefkühler bereits ein fertiges Cannabis-Eis?
Ich kann nur so viel sagen... es gab diverse Tests in unseren Fabriken, allerdings mit legalen Hanfsorten. Wir haben mit dem Geschmack experimentiert. Die Zukunft hält Überraschungen bereit. Wir werden sehen, wohin die Reise geht.
Mehr als 2.000 junge, trendige Fans von Ben & Jerry’s stellten sich letzte Woche bei der Birthday-Party am Wiener Donaukanal an, um eine Gratiskostprobe der neuen Geburtstagssorten zu ergattern.