Für den Produkttest des kabellosen Lautsprechers Sony SRS-XB40 haben wir wie bei unseren bisherigen Produkttests für Sony, Sennheiser, Soundboks und Onkyo erneut auf herausforderndes Musikmaterial zurückgegriffen: Mit “Savage Sinusoid” liefert der Franzose Gautier Serre, besser bekannt als Igorrr, eine Überdosis metallischen Dadaismus - eigentlich ist es ziemlich schwer zu sagen, was auf seinem Metal-Blade-Einstand überhaupt abgeht.
Mit “Savage Sinusoid” ist es wie mit einer modernen Kunstgalerie - man kommt an allerlei Gemälden, Plastiken und Objekten vorbei, die verstören, mit ihrer verqueren Ästhetik aber doch fesseln und postwendend zu allerlei Interpretationen hinreißen lassen. Ist’s durchdacht und durchgeplant, oder lachend keck im Zuckerrausch irgendwie zusammengeschustert? Ist ein Künstler am Werk, oder ein Schelm vor dem Herren - man weiß es nicht: Jazz trifft auf Electronic, Breakcore und Minimal, Ethno und Worldmusic auf barocke Klassik und schwülstig-brachialen Metal, es ist ein wirres, postmodernes Potpourri, in dem sich die Töne überschlagen, die Bässe dröhnen, die Sirenen singen und die Klänge in jedwede Richtungen stieben.
Zimperlichkeit ist Serres Sache nicht, sondern vielmehr der gepflegte Wahnsinn - dass er nebenbei u.a. auch für die Remixes von Morbid Angel’s “Illud Divinum Insanus” verantwortlich zeichnet, sei nur der Vollständigkeit halber, nicht als Qualitätsmerkmal erwähnt. Auf “Savage Sinusoid” donnern ungebremst elektronische Manipulationen, wie wir sie etwa von Fantomas “Suspended Animation” her kennen, in verquere Zigeunerklänge, Streicher quietschen über Saxofon, Cembalo und Mandoline, während sich operettenhafter Gesang und gequältes Gekeife und urzeitliches Gebrüll, für das stellenweise Cattle Decapitation’s Travis Ryan verantwortlich zeichnet, die Klinke in die Hand geben.