Mit dem 1931 uraufgeführten Volksstück "Italienische Nacht" stieg
Ödön von Horváth zum gefeierten Dramatiker auf. Seine sarkastische Darstellung des um sich greifenden Faschismus sowie der in Ohnmacht verfangenen (sozial-) demokratischen Kräfte erwies sich nicht einzig zu Lebzeiten des Autors als prophetisch. Dass sich Horváths Theatertext auch für das gegenwärtige, politische Geschehen als literarisches Brennglas eignet, stellt der österreichische Regisseur Harald Posch in seiner Bearbeitung
Demokratische Nacht - Du Prolet! unter Beweis.
Die extreme Rechte wird in Poschs temporeichem und pop-diskursivem Abend ebenso vorgeführt wie das im politisch korrekten Habitus erstarrte juste milieu der bürgerlichen Linken. Aktuelles aus Schlagzeilen - eingebettet in eine Landschaft aus Discokugeln, Bierbänken und etwa einem Urinal - treten in Dialog mit den Zeilen von Horváth.
"Eine theatrale Anordnung, die Sprachwitz, Boshaftigkeit und analytische Schärfe des Autors ins Hier und Jetzt hievt und zeitgenössische Diskurse einbindet", kommentiert Posch selbst. Gerhard Fresachers Bühnenbild forciert die Abgrenzung zur bürgerlichen Horváth Pflege.
Inszenierung Harald Posch
Bühne und Kostüm Gerhard Fresacher
Mit Zeynep Buyraç, Elzemarieke de Vos, Wojo van Brouwer, Dennis Cubic, Simon Alois Huber, Stefanie Süßbauer, Sebastian Klinser