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Konzerte

Die Avantgarde-Rockstars Palaye Royale stellen "Amsterdamage" vor

05.10.2026 von Stefan Baumgartner

Das nächste Kapitel bei den Avantgarde-Rockstars Palaye Royale nennt sich “Amsterdamage”: Die erste Single "Lost In Translation" kündigt nicht nur ihr sechstes Album, sondern auch gleich ein Konzert kommendes Frühjahr in Wien an. Dabei wäre fast alles ganz anders gekommen …

Der viel-, aber auch gleichzeitig nichtssagende Begriff “Avantgarde” passt heutzutage wohl nur auf wenige Bands, und auf kaum eine Band so gut wie auf Palaye Royale aus Las Vegas. Während andere Bands nach dem Schema-F nicht nur ihre Fan-Bubble, sondern auch die Algorithmen der Streaming-Portale bedienen, schreiben die drei Brüder seit der Gründung vor fast 20 Jahren Musik, die mal mit Alternative Rock, mal mit theatralischem Alt-Pop, mal mit Glam, mal mit Art-Punkt und mal mit Britpop liebäugelt. Dafür erwählte man selbst die Begrifflichkeit des “Fashion-Art-Rock”, die durchaus synonym zu “Avantgarde” zu verstehen ist, aber noch viel mehr verdeutlicht, wie eng Sound, Ästhetik und Inszenierung bei Palaye Royale immer schon ineinandergreifen: mal zu Tode betrübt und tieftraurig, dann wieder auch hymnisch und fast schon celestisch.

Ganz gleich, ob man die frühen Gehversuche oder das düstere Material von “The Bastards” (2020) hernimmt, oder die Opulenz von “Fever Dream” und den direkten Sound von Letztling “Death Or Glory”: Dort, wo Palaye Royale draufsteht, ist immer eine Ganzkörpererfahrung drinnen - insbesondere, wenn die drei Brüder auf der Bühne und man selbst davor steht.

Das liegt wohl in erster Linie daran, dass Palaye Royale in ihrem Avantgardismus immer groß und deswegen umarmend, umfassend klingen: Zu ihren Anfängen traten sie in ihrer Heimat sogar mit einem Dutzend (!) an zusätzlichen Musiker*innen und Sänger*innen auf der Bühne auf, auf Tour war das als erst wachsende Band natürlich nicht möglich. Aber: Auch wenn man den Sound zwangsweise reduzieren musste, schwang zwischen den Zeilen schon immer diese ureigene, erhabene Größe mit.

Und vielleicht wird mit dem kommenden Album “Amsterdamage” ja tatsächlich sämtlichen Ambitionen freien Lauf gelassen: Einen Pragmatismus müssen sich Palaye Royale bei dem Zuspruch, den sie mittlerweile weltweit einfahren, kaum mehr aufzwingen. Zumal “Amsterdamage” auch vom Ansatz her nach einer gigantischen, allumfassenden Atmosphäre verlangen würde: Denn das Album ist - auch wenn Palaye Royale nie weg waren - doch so etwas wie eine Wiedergeburt.

Denn das neue Album entstand nicht nur unterwegs, zwischen zahlreichen Touren, sondern insbesondere auch nach dem überraschenden Krebs-Tod der Mutter der drei Brüder. “Amsterdamage” ist also eine Verarbeitung eines großen Verlusts, die Remington Leith, Sebastian Danzig und Emerson Barrett noch enger zusammenbrachte: Immerhin hatte ihre Mutter sie von Anfang an darin bestärkt, Kunst als etwas zu begreifen, das ihnen niemand nehmen kann. Aus diesem Leitfaden wurde “Amsterdamage” zu einem gemeinsamen Bezugspunkt: “Nach dem Verlust unserer Mutter ist dieses Album wie ein Phönix, der aus der Asche aufersteht”, verrät Emerson - und weiter: “Jeder von uns hat seinen eigenen Weg gefunden, mit dem Tod umzugehen, und wir haben wieder zueinandergefunden - nicht nur als Individuen, sondern auch gemeinsam mit unseren Partnerinnen und als Brüder. Diese kreative Verbundenheit war es, die uns zusammengehalten hat.”

Als ersten Vorabboten gibt es die neue Single “Lost In Translation” zu hören, während das Album selbst - die limitierte Edition enthält außerdem den Bonustrack “The Unholy One” - am 22. Jänner erscheint und bereits vorbestellbar ist. Über “Lost In Translation” wird verraten: “'Lost In Translation' lebt von Nostalgie: Es versetzt uns zurück zu der Musik, mit der wir aufgewachsen sind - vor allem Brit-Rock-Bands der Nuller-Jahre. Wir wollten etwas Lebhaftes, das live richtig abgeht; der Text handelt jedoch von dem verzweifelten Wunsch, etwas zum Gelingen zu bringen - sei es ein Traum oder eine Beziehung -, während einem scheinbar etwas im Weg steht und man dennoch versucht, es um jeden Preis durchzuziehen.”

Somit reizt man zumindest auf der ersten neuen Single noch nicht sämtliche Atmosphären und Genres aus, die zur Verfügung stehen - aber dafür ist “Lost In Translation” ein perfekter Richtungsweiser, dass Palaye Royale tatsächlich an die ganzkörperliche Liveerfahrung denken: “Lost In Translation” ist nämlich das beste Beispiel dafür, dass man beim Schreiben an Körperlichkeit und Gänsehaut gleichermaßen dachte, an offene Arme, tanzende Beine und abertausende Stimmen. Fast möchte man da sagen: Palaye Royale sind das Glastonbury aller modernen Bands …


Live-Termine


Palaye Royale - "Amsterdamage"

17. März 2027 | Wien, Raiffeisen Halle im Gasometer
Tickets gibt es ab Freitag, den 9. Oktober um 10 Uhr.


Infos auf dem Stand vom 05.10.2026  

Tickets Palaye Royale
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