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Kabarett & Comedy

Die besten österreichischen Kabaretts 2026

14.10.2026 von Stefan Baumgartner

Beim gestrigen, fünfzehnten Österreichischen Kabarettpreis im Wiener GLOBE wurden erneut die besten Kabarettist*innen des Landes ausgezeichnet - von honorablen Laudatoren. Erstmals wurde von oeticket der Publikumspreis vergeben.

Kabarett und Satire sind seit jeher Teil der österreichischen Identität, und immerhin seit 1999 honoriert der Österreichische Kabarettpreis alljährlich Kabarettisten und Kabarettistinnen, die sich aus der breiten Masse besonders hervorheben. Denn: Gerade in Zeiten wie diesen, in denen die Demokratie vielerorts gefährdet ist, braucht es Satire und Kabarett in jeglicher Form - sowohl zum Aufzeigen von Missständen als auch einfach zur Unterhaltung. Denn den Alltag für einen Moment zu vergessen, ist oft das Wichtigste, um ihn bewältigen zu können.

Begründet wurde der Kabarettpreis von Julia Sobieszek, die nicht nur Anfang der Nullerjahre zwei Bücher über das renommierte Kabarett Simpl verfasste ("Zum Lachen in den Keller"), sondern seit 2017 auch für die Produktion von humoristischen Formaten für den ORF verantwortlich zeichnet - darunter “Fast Fertig” mit Otto Jaus, “Dave” mit David Scheid und den TV-Ableger des Satire-Magazins Die Tagespresse. Ihr ist es zudem auch zu verdanken, dass vergangenes Jahr der Kultfilm “Single Bells” eine Bühnenfassung verpasst bekommen hat - dieses Jahr ab November erneut in ganz Österreich zu sehen.

In der von Julia Sobieszek entwickelten Bühnenfassung von “Single Bells” spielen unter anderem Verena Scheitz, Kristina Sprenger, Inge Maux, Julia Jelinek und Gregor Seberg.
Alle Infos und Tickets findet man an [dieser Stelle].

Alex Kristan wurde im VAZ St. Pölten vor vollem Haus von Christoph Klingler mit dem Publikumspreis ausgezeichnet.

Am 13. Oktober ging die Verleihung des diesjährigen Kabarettpreises erneut im Wiener GLOBE über die Bühne - eine von Georg Hoanzl und Michael Niavarani begründete Bühne in Erdberg, die seit über einem Jahrzehnt unverzichtbarer Bestandteil des heimischen kulturellen Treibens ist. In den kommenden Wochen dürfen wir uns dort etwa auf Künstler*innen wie Gernot Kulis, Alex Kristan, Gery Seidl und Omar Sarsam, aber auch Ina Regen und die Kernölamazonen freuen.

Erstmals ist auch oeticket einer der zahlreichen Partner des Kabarettpreises. Denn für Christoph Klingler, CEO des Ticketvertriebunternehmens, ist eines klar: “Kabarett ist eine unverzichtbare Säule der österreichischen Kulturlandschaft und seit vielen Jahren auch ein wichtiger Teil unseres Angebots bei oeticket.” Demnach ist es auch für oeticket wichtig, nicht nur die großen Namen wie Gernot Kulis und Josef Hader, sondern auch die erst aufstrebenden heimischen Künstler*innen über ihren gesamten Werdegang hinweg zu unterstützen. Dass sich insbesondere die heimische Kabarettszene großer Beliebtheit erfreut, bestätigt auch Birgit Gerstl, CSO bei oeticket: “Viele unserer Kundinnen und Kunden sind wahre ‘Superfans’: Sie besuchen nicht nur ein oder zwei Programme im Jahr, sondern picken sich gar jedes Monat das eine oder andere persönliche Highlight heraus und lassen sich so im Jahresverlauf von gut einem Dutzend Kabarettist*innen bestens unterhalten.”

Naheliegend, dass oeticket den neu ins Leben gerufenen “Publikumspreis” stiftet: In dieser Kategorie werden fortan jene Kabarettisten und Kabarettistinnen ausgezeichnet, die in der Vorsaison die meisten Tickets verkauft haben - also kumuliert den meisten Menschen eine Freude bereitet haben. In seiner ersten Saison ging dieser Preis gestern an Alex Kristan - der jedoch nicht im GLOBE anwesend war. Denn er befand sich auf einer anderen Bühne, nämlich im VAZ St. Pölten. Dort wurde er auch von Christoph Klingler auf der Bühne mit seiner Trophäe überrascht und Kristan sprach, sichtlich bewegt und vor vollem Haus, all jenen Dank aus, die ihm diese Anerkennung zugesprochen haben: “Mein großer Dank gilt meinem Publikum, das diesen Erfolg überhaupt möglich macht und mir seit Jahren die Treue hält.”

Und nicht nur die Treue seines Publikums, sondern auch der Andrang auf sein aktuelles Programm “Born To Be Child” ist tatsächlich enorm: Bis Jahresende sind die Termine zwar zahlreich, aber allesamt ausverkauft! Glücklicherweise wird die Saison ab Mitte Jänner in ganz Österreich fortgesetzt - jedoch dürften alsbald auch hier die ersten Häuser ein “Ausverkauft!” melden. Insofern unser Tipp: Wer Alex Kristan und seine “innere Rotzpipn” live erleben möchte, sollte nicht allzu lang zögern - denn es lohnt sich!

Tickets Alex Kristan

Dass das Kabarett in einem Zeitalter, das viele Menschen im digitalen Raum auf Social Media verbringen, eine Sonderstellung einnimmt, bestätigte etwa auch der Moderator des gestrigen Kabarettpreises, der “fehlerfreie” Clemens Maria Schreiner: Nicht nur, dass Kabarettistinnen und Kabarettisten einen erfrischenden, erdenden Gegenpol zur grassierenden Künstlichen Intelligenz darstellen, zudem ist das Kabarett immer noch eine Kunstform, die man zuvörderst gerne live erlebt - und nicht beim Wischen auf TikTok oder Instagram.

Bestes Beispiel hierfür sind die drei Preisträger*innen in den Kategorien Förderpreis, Programmpreis und Hauptpreis:

Überrascht vom Förderpreis für ihr Programm “Zugzwang” zeigte sich Chrissi Buchmasser, denn “beim zweiten Programm ist man üblicherweise ja in der Schaffensphase, in der man viel zu viel will, aber zu wenig kann.” Für Laudator Berni Wagner ("Monster") ist jedoch klar: “Chrissi hat Haltung, aber erfrischend wenig Interesse am Polarisieren für Reichweite und vermag uns dadurch in eine ganz eigene Welt zu locken.” Und ihre Welt, das ist eine “Rushhour eines Lebens”, in der die Weichen für die Zukunft gestellt werden müssen: Damit spricht die sympathische Steirerin uns allen aus der Seele …

“Schön, dass es auf dieser Welt einen Platz für mein Hirngacki gibt. Nest beschmutzen ist eine demokratische Kulturtechnik. Drop Jokes, not Bombs! Peace!”: So pointiert bedankte sich gestern David Scheid, der in der Kategorie Programmpreis für “The Kabarettist” ausgezeichnet wurde. “In einer Welt voller Nacktschnecken im Gleichschritt ist es enorm Hoffnung spendend, jemanden mit Rückgrat zu erleben”, fügte seine Laudatorin, die Rapperin Donna Savage ("Gusch") hinzu. All jenen, die Demokratie befürworten und sich gegen eine drohende Dystopie aussprechen, sei empfohlen: Geht in sein Programm!

In eine ähnliche Kerbe schlug auch Severin Groebner, der für sein Alter Ego Walter Eissermann in “Ich bin das Volk!” den Hauptpreis erhielt: Er dankte in seiner Rede allen rechtspopulistischen Parteien und Politikern für die satirische Steilvorlage, mit seiner Bühnenfigur “auch einmal so deppert, so primitiv, so selbstbezogen sein zu können.” Sein (man muss es klar als solches bezeichnen) Manifest ist - und da geht auch Laudator Hosea Ratschiller ("Happy Place") d'accord - ist ein kongeniales Psychogramm nicht nur über einen Herrscher, sondern auch die Beherrschten - das übrigens soeben auch in Buchform erschienen ist.


Doch selbstredend hat das Humoristische nicht nur auf der Bühne einen Platz verdient, sondern auch im Radio, im Internet und im Fernsehen. Dies verbildlichen dieses Jahr die Preisträger*innen in den Kategorien Sonderpreis, Onlinepreis und Fernsehpreis.

Mit dem Sonderpreis wurde dieses Jahr nicht nur die Lieblingsratte von Laudator und Roncalli-Gründer Bernhard Paul, sondern ein wahrer Publikumsliebling honoriert: Rolf Rüdiger. Seit 2005 sorgen Robert Steiner und die von Stefan Gaugusch gespielte Ratte auf Radio Wien für eine freche (Früh-)erziehung: Was als einmalige Adventshow begann, ist heute ein fester Bestandteil des Radiolebens - mit zwei Sendungen täglich und wöchentlich und Fans, die von Kindern bis zu Großeltern reicht. Was lernen wir? Kritik und Witz sind nicht nur Tugenden, sondern auch elementare Faktoren einer Demokratie!

Den Onlinepreis holte Schwesta Ebra: Sie nutzte ihre Dankesrede - wie auch ihre Plattformen, sowohl im Netz wie auch zuletzt vor Grossstadtgeflüster in der Arena - um vor dem Abbau von Rechten von Minderheiten und demokratiefeindlicher Gesinnung zu warnen: “Ich sehe es als meine Verantwortung als Künstlerin, die Klappe nicht zu halten. Jeder Mensch verdient Respekt.” Man darf gespannt sein, was man aus ihrem Mund beim neuen Nachrichtenformat Fun Facts im Wiener Stadtsaal (7. November, mit Benedikt Mitmannsgruber) hören wird: Ein Blatt vorm Mund ist jedenfalls nicht zu erwarten. Danke!

Über den Fernsehpreis freute sich Peter Klien für “Gute Nacht Österreich”. Dank gebührt natürlich in erster Linie, so Klien, der Politik: Denn ohne die “Glanzleistungen” der Politiker*innen wäre seine Sendung nicht einmal halb so lustig. Und genau das ist schließlich der Auftrag eines öffentlich-rechtlichen Rundfunks: Überall genau hinschauen, hinterfragen und unbequem sein - erst recht in der Satire, die sich ein Stück mehr erlauben kann, als zum Beispiel ein Armin Wolf. So manch Normalbürger mag sich nun nur noch fragen: Reicht eine wöchentliche Ausstrahlung wirklich aus oder muss die Frequenz erhöht werden?

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