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Musical & Show

Holiday on Ice: Cooler Hallenzauber

09.12.2022 von Hannes Kropik

Krieg in der Ukraine! Klimawandel! Gaspreis! Inflation! Corona! Für Mark Naylor, den Co-Choreografen von „Supernova“, ist der Zustand unserer Welt die beste Werbung für eine pompöse Eisrevue: „Natürlich verfolgen wir die Nachrichten und wissen genau, was da draußen los ist. Aber wir sind keine Politiker. Wir sind Entertainer und wollen die Menschen unterhalten. All diese Katastrophen machen Holiday on Ice deshalb erst so richtig wichtig: Du siehst zwei Stunden lang schöne Menschen in schönen Kostümen, die in einer schönen Umgebung schöne Abenteuer erleben. Unsere Show schenkt dir eine Auszeit und eine Flucht vor der Realität.“

Magische Galaxien

Nachdem die Shows in Österreich zu Beginn des Jahres Pandemie-bedingt auf Jänner 2023 verschoben werden mussten, freuen sich die Akteure natürlich umso mehr auf den coolen Hallenzauber in Innsbruck und Wien. Besonders die Tirolerin Celina Profaner, die als einzige Österreicherin im 40-köpfigen Ensemble ihre Heimpremiere kaum erwarten kann: „Ich bin mehr als bereit, endlich wieder vor Publikum zu laufen. Es werden unglaublich emotionale Shows werden.“ Vordergründig geht es in „Supernova“ um eine Liebesgeschichte, wie Celina erzählt: „Es beginnt mit einem ausgelassenen Winterfest, bei dem ein Liebespaar seine Verlobung feiern will. Doch dann treibt ein wilder Schneesturm unsere Helden hinaus in magische Galaxien fern der Heimat.“

Regisseur Robin Cousins, englischer Eiskunstlauf-Olympiasieger von 1980, hat die Show hinter all der Fröhlichkeit mit tiefgründigen Botschaften aufgeladen. Etwa, dass wir als Menschen in Wahrheit eben nur diesen einen Planeten als Lebensraum zur Verfügung haben und wir ihn deshalb unbedingt schützen sollten. „Es geht aber auch um das wichtige Thema der Inklusion“, sagt Julie Fontbonne. Die junge Französin ist bereits seit zwölf Jahren mit Holiday on Ice auf der ganzen Welt im Einsatz. In „Supernova“ schlüpft sie in sieben Rollen und ebenso viele Kostüme: „Wir zeigen in unserer Geschichte, dass wir letztendlich alle die gleichen Ziele und Träume haben. Wir alle wollen akzeptiert und geliebt werden.“

Gemeinsame Spiele

Tatsächlich ist das Ensemble von Holiday on Ice seit Jahrzehnten ein hervorragendes Beispiel für ein reibungsloses Miteinander. Superstars wie der kanadische Olympiasieger Eric Radford und die französisch-kanadische Europameisterin Vanessa James laufen, tanzen und springen ganz ohne Allüren neben Newcomern wie Celina Profanter. „Wir sind ein Team und können unsere Magie nur deshalb so synchron verbreiten“, sagt Mark Naylor, „weil wir verstehen, dass wir nur zusammen Erfolg haben. Ja, du bekommst deine Momente, in denen du glänzen darfst. Aber dann ist es wieder an dir, andere zu unterstützen.“

Aus wie vielen verschiedenen Ländern seine Ensemblemitglieder kommen, weiß Naylor nicht einmal. Er selbst ist Amerikaner, lebt aber seit Jahren in England: „Wir stammen aus unterschiedlichsten Kulturen. Aber wir sprechen eine gemeinsame Sprache: das Eiskunstlaufen. Sobald wir auf dem Eis sind, sind wir eine Einheit.“

Eisige Erfolgsgeschichte

Holiday on Ice feiert 2023 bereits sein 80-jähriges Bestehen. Begonnen hat die unvergleichliche Erfolgsgeschichte mit ersten Shows in einem kleinen Hotel in Ohio. Genauer: in den Weihnachtsferien, der amerikanischen „Holiday Season“, was den Namen erklärt. Seit 1943 hat sich die Eisrevue zu einem weltumspannenden Unternehmen entwickelt – mit beeindruckenden Kennzahlen, die immer weiter ausgebaut werden: mehr als 55.000 Auftritte vor 330 Millionen Zuschauer in über 630 Städten in 80 Ländern, bei denen über 6.500 Akteure in mehr als 30.000 Kostümen übers Eis tanzten. Was sich nicht in nackten Zahlen dokumentieren lässt, sind die eigentlichen Gründe für den anhaltenden Erfolg. Dazu zählen einerseits immer wiederkehrende Showelemente wie das menschliche Windrad, bei dem sich alle Akteure auf einer Linie positionieren und mit zunehmender Geschwindigkeit ihre Kreise ziehen. „Das ist ziemlich anspruchsvoll“, erklärt Celina Profanter, die mit ihren 1,73 Metern zu den größeren Akteuren zählt und deshalb weiter innen im Kreisel laufen darf: „Je weiter draußen du bist, ums schneller musst du rennen ..."

Wie im Flug

Wichtig, sagt Mark Naylor, ist neben der Tradition aber auch der Wille, sich permanent weiterzuentwickeln und neue Technologien zu verwenden. In „Supernova“ etwa kommen zwei Skater in den Genuss, an Seilen meterhoch über der Eisfläche zu schweben. Eine davon ist die oben bereits erwähnte Julie Fontbonne: „Es ist ein fantastisches Gefühl. Ich kann in der Luft Vorwärts- und Rückwärtsalti schlagen. Für mich ist das ein absolutes Highlight, denn es ist, als könnte ich wirklich fliegen.“ Ein anderes Highlight, auf das Julie nicht näher eingehen will, ist die fantastische Schlussnummer mit allen Kolleginnen und Kollegen. Nur so viel sei verraten: „Bei Holiday on Ice gibt es immer ein Happy End!“

Holiday on Ice gastiert mit „Supernova” zwischen 13. und 15. Jänner in der Olympiahalle Innsbruck, zwischen 18. und 29. Jänner in der Wiener Stadthalle D. Tickets gibt es auf oeticket.com - für Innsbruck aktuell sogar in der Weihnachtsaktion ermäßigt!

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