Bild: Zolles KG
Nach dem Eurovision Song Contest kommende Woche heißt es in der größten Halle Österreich wieder: business as usual. Aber: Das Live-Programm wird genauso divers wie der ESC, und COSMÓs “Tanzschein” scheint demnach gepachtet zu sein!
Wir erinnern uns zurück: Vergangenes Jahr gewann JJ mit “Wasted Love” in der Schweiz den Eurovision Song Contest und holte damit den größten Musikbewerb zum erst dritten Mal - nach dem Gewinn von Udo Jürgens 1966 und Conchita Wurst 2014 - erneut nach Österreich. Zwei Städte ritterten darum, Austragungsort zu werden: Natürlich Wien mit der Wiener Stadthalle und Innsbruck mit ihrer Olympiahalle. Das Rennen machte schließlich die Bundeshauptstadt und wird zwischen 12. und 16. Mai nicht nur unseren COSMÓ auf der ESC-Bühne begrüßen, sondern auch Teilnehmer*innen aus 34 weiteren Nationen - alle Beiträge haben wir für euch in einer Playlist zusammengefasst.
Der “bittere” Beigeschmack: Bereits im März fanden deswegen die letzten “normalen” Konzerte und Shows in der Wiener Stadthalle statt, weil natürlich die Aufbauarbeiten für ein besonderes Event wie den ESC einiges an Vorlaufzeit benötigt. Das hieß natürlich auch, dass einige der Events, die bereits fixiert waren, kurzfristig abgesagt oder verschoben werden mussten - für Fans der jeweiligen Künstler*innen natürlich eine Hiobsbotschaft.
Aber: Es gibt auch gute Neuigkeiten! Denn Michael Patrick Kelly wird im Zuge seiner “Traces”-Tour nun stattdessen sogar im Hochsommer unter freiem Himmel in Wien gastieren, und zwar am 31. Juli in der METAStadt. Auch das “Time Of Your Life”-Gastspiel von The Ten Tenors fand glücklicherweise bereits mit dem 17. Juni in der Wiener Stadthalle (Halle F) einen neuen Termin - ihr Sonnyboy-Charme ist für den Sommer also garantiert! Etwas länger warten müssen zwar die Fans vom italienischen Super-Barden Eros Ramazzotti, aber dafür ist es nun fix, dass er im Zuge seiner “Una Storia Importante”-Tour doch in die Wiener Stadthalle laden wird - und zwar am 25. Mai im kommenden Jahr: Tickets dafür gibt es ab 7. Mai um 12 Uhr! Auch der grandiose Stand-Up-Comedian Felix Lobrecht musste sein “Sell Out” zum eigenen großen Ärgernis aufgrund des ESC verschieben - er wird allerdings nun bereits diesen Herbst, am 9. Oktober, die Stadthalle ausverkaufen! Und sogar für Fans von “Der Herr der Ringe” findet die lange Wanderschaft kommendes Frühjahr endlich ein Ende: Die mit Livemusik begleitete Ausstrahlung von “The Lord of the Rings: The Fellowship of the Ring” konnte glücklicherweise auf den 5. März verschoben werden!
Aber was passiert sonst noch so, wenn nach dem Eurovision Song Contest wieder die “Normalität” in der Wiener Stadthalle einkehrt?
Bevor wir diese Frage beantworten, wagen wir noch einen kleinen Abstecher aus der Stadthalle hinaus: Ganz egal, wie unser ESC-Kandidat COSMÓ letztlich abschneiden wird - wir werden definitiv noch mehr vom sympathischen Burgenländer hören! Denn bereits diese Woche Freitag erscheint seine erste EP, die neben seinem “Tanzschein” auch drei weitere neue Songs beinhalten wird, nämlich “Du machst mich high”, “Den Sommer überleben” und “Alle meine Nachbarn”.
Damit legt er den Soundtrack für eine Jugend, die in den 2020er Jahren erwachsen werden muss, vor - zwischen Unsicherheit und Überforderung. Allerdings setzt der 19-Jährige dabei auf eine klare Haltung: Man sollte an der Gegenwart mit all ihren Krisen, Druck und ständigen Veränderungen nicht verzweifeln, sondern weitermachen.
Weitermachen wird COSMÓ auch selbst: Denn nach zwei Konzerten Ende Mai bei der Starnacht am Neusiedlersee und seiner Tour-Begleitung von so etablierten Größen wie folkshilfe, AUT of ORDA und Pizzera & Jaus im Sommer, geht er im Herbst auf seine eigene “Lieber tour ich weiter”-Tournee, die ihn und seinen Tanzschein ins Wiener Flex, ins Grazer Orpheum, ins Salzburger Rockhouse, die Music Hall in Innsbruck und das Conrad Sohm in Dornbirn führt. Für diesen Tanzschein sollte man sich rasch einen Ticketschein lösen, denn so “intim” wird man unseren COSMÓ nach seinem ESC-Aufritt wohl nicht mehr erleben können!
Aber natürlich sind auch unsere beiden anderen ESC-Größen - Udo Jürgens ist ja bekanntlich 2014 verstorben, einen musikalischen Lebensrückblick erleben wir im Rahmen der “Udo Jürgens Story” - nicht untätig: Nicht nur, dass Johannes Pietsch (JJ) und Tom Neuwirth (Conchita Wurst) seit Ende Februar einen gemeinsamen Podcast namens “Bussi Bla Bla” haben und sich dort in sympathischem Denglisch über ihre privaten und beruflichen Erlebnisse austauschen, auch stehen sie natürlich auf der Bühne:
So lädt JJ am 6. Juni im Rahmen der Festspiele Taggenbrunn im kärntnerischen St. Veit an der Glan gemeinsam mit dem MY SOUNDS VIENNA Ensemble zu einem ganz speziellen Abend, denn er präsentiert dort ausgewählte Arien von unter anderem Georg Friedrich Händel und beweist, dass er zu den außergewöhnlichsten Countertenor-Stimmen seiner Generation zählt! Alle Informationen dazu findet man [an dieser Stelle].
Tom Neuwirth macht zwar auch musikalisch von sich Reden: Und zwar am 19. Juli beim Gmundener Lied.Fest gemeinsam mit den Anna Maurer Trio und im Herbst mit seiner mystisch-glamourösen Halloween-Tour “Haunted Memories”, die ihn ins Wiener GLOBE und das Grazer Orpheum führt. Aber er wird auch auf der Theaterbühne debütieren (!), und zwar im Wiener Rabenhof bei “Luziwuzi - Ich bin die Kaiserin”: Das Stück erzählt die Geschichte von Erzherzog Ludwig Viktor, dem jüngsten Bruder von Kaiser Franz Josef und schrägsten Habsburger, der als Freigeist mit “speziellen Neigungen” und als bösartiges Lästermaul verschrien ist - passender als mit unserer Conchita hätte man die Rolle wohl kaum besetzen können! Alle Informationen dazu findet man [an dieser Stelle].
Bereits im Juni 1952 wurde im Wiener Gemeinderat der einstimme Entschluss zum Bau der Wiener Stadthalle gefasst, die Grundsteinlegung passierte im Oktober im Jahr darauf, 1954 erfolgte der Spatenstich und bereits ab 1957 wurden in den Nebenhallen Veranstaltungen abgehalten, bevor ab dem Folgejahr alle Hallen mit einem großen Paukenschlag in Betrieb genommen werden konnten. Die Veranstaltungspalette war vom ersten Tag an vielfältig, von der Wiener Eisrevue und Zirkus-Gastspielen, über Sport-Veranstaltungen bis hin zu Giganten der Pop- und Rockmusik - darunter natürlich auch die Rolling Stones. So divers das Programm der letzten Jahrzehnte war, wird es auch im Anschluss an den Eurovision Song Contest wieder werden - mit einem Fokus auf die beiden Haupthallen D und der bestuhlten F-Halle.
Innenansichten der Hallen D und F. Bilder: Wiener Stadthalle/Oberhauser und Wiener Stadthalle/Zolles.
Die Halle D stellt mit einer Kapazität von bis zu 16.000 Besucher*innen und einem Mix aus Steh- und Sitzplätzen das Herzstück der Wiener Stadthalle dar - und ist auch der Austragungsort des Eurovision Song Contests. Nachdem dort am 16. Mai das große Finale des ESC stattgefundet hat, dauert es dann nur noch wenige Tage, bis hier wieder die alte “Normalität” einkehrt und zu einem bunten Programm zwischen (fast) allen Musikstilen, aber auch familiengerechter Unterhaltung lädt.
Den Beginn macht da bereits eine ziemlich geile Zeitreise in die Nullerjahre, nämlich das Doppelkonzert von Akon und Ne-Yo am 30. Mai - eine Zeitreise, die bereits am 2. Juni von Flo Rida nochmals prolongiert wird. Und auch in den Folgewochen geben sich die Größen der Musikwelt in der Halle D die Klinke in die Hand, von Zucchero am 11. Juni und Kings of Leon am 23. Juni über die beiden ausverkauften Auftritte von Nina Chuba am 9. Juli und AnnenMayKantereit am 19. September bis hin zu den Rocker-Legenden Deep Purple am 5. Oktober und dem einzigen Österreich-Gastspiel von Placebo am 10. November im Rahmen ihrer Tour zum 30. Jubiläum. Überhaupt ist der November mehr als rappelvoll, mit Konzerten von Tokio Hotel (15. November), den Nu-Metal-Legenden Korn (19. November) und The Prodigy (24. November). Aber natürlich geht es in der Stadthalle nicht nur hart zur Sache: Ebenfalls im November wird André Rieu (6. und 7. November), aber auch Beatrice Egli (14. November) begeistern!
Und natürlich öffnet die gigantische Halle ihre Tore nicht nur für Musikerinnen und Musiker! Bereits am 13. und 14. Juni ziehen bei CAVALLUNA wieder die Pferde in die Stadthalle ein, während im Jänner 2027 natürlich wieder Holiday On Ice mit dem neuen Programm “Cinema of Dreams” Staunen machen wird!
Apropos 2027: Während wir noch nicht einmal Halbzeit des aktuellen Jahres begehen, stehen auch schon zahlreiche Termine für 2027 fest - und auch die lesen sich wie ein Namedropping aus dem Guinness Buch der Rekorde! Beispiele gefällig? Von Die Fantastischen Vier und Masters Of Dirt über Unheilig und Thirty Seconds To Mars bis hin zu Die Ärzte und Herbert Grönemeyer verspricht auch das nächste Jahr, eine großartige Saison zu werden!
Bis zu 2.000 Besucher*innen finden im “großen Theater”, der bestuhlten Halle F Platz, die erst seit zwei Jahrzehnten das zweite große Herzstück der Wiener Stadthalle darstellt. Mit ihrer arenaartig ansteigenden Sitzanordnung auf gemütlichen Sesseln bietet sie von überall eine optimale Sicht auf die Bühne - und gilt als einer der besten Orte, um nicht nur gemütliche Konzerte, sondern auch Musicals, Shows und Kabaretts zu erleben!
Hier geht es bereits in der Woche nach dem Eurovision Song Contest wieder los - und zwar mit dem wohl himmlischsten Musical der Welt, “Sister Act” zwischen 23. und 25. Mai. Das Beste: Für diese Geschichte, die durch die Filme mit Hollywood-Star Whoopi Goldberg wohl allen bekannt ist, gibt es noch bis 10. Mai bei oeticket im Rahmen der “Muttertagsaktion” um gleich 30 Prozent (!) ermäßigte Karten!
Von “Sister Act” bis “Fack Ju Göhte”, von Gigi D'Agostino bis Kings Of Leon, vom Kabarettgipfel bis Gernot Kulis: Noch bis 10. Mai gibt es im Rahmen der Muttertagsaktion bei oeticket bis zu 30 Prozent Rabatt auf ausgewählte Veranstaltungen!
Für großartige Musical-Momente sorgen aber nicht nur die singenden Nonnen, sondern etwa auch die gruselige Addams Family am 3. Oktober, sowie “The Musical Story of Elvis” am 27. November und am 5. und 6. Dezember natürlich eine der schönsten Liebesgeschichten der Welt, “Die Schöne und das Biest”. Aber auch das kommende Jahr sollten sich Musical-Fans bereits im Kalender notieren, denn nach einer Zeitreise in die Kindheit, wenn am 6. und 7. Februar “Das Dschungelbuch” präsentiert wird, steht im März auch das ABBA-Musical “Mamma Mia!” für gleich 10 Tage am Programm!
Apropos Dschungelbuch: Am 29. Mai wird wohl ein Kinderklatschen durch die Halle F hallen, denn Feuerwehrmann Sam hat sich live angekündigt - und wird vielleicht die erste Rutsche zur kommenden Berufswahl legen? Ebenfalls ganz großes Kino für Kinder erleben wir auch am 6. September, wenn Conni, bekannt aus der Kinderbuch-Reihe, zu ihrem eigenen Musical lädt!
Aber nicht nur im großen Bruder der Halle D, auch hier, in der Halle F wird es musikalisch - etwa am 4. September bei Maite Kelly oder zwischen 5. und 7. November, wenn Peter Cornelius mit seiner Band beweist, dass er seit Jahrzehnten zu einer der größten und besten Stimmen des Austropops zählt!
Und natürlich steht auch das Kabarett in der Halle F am Programm - etwa mit dem bereits 20. (!) Kabarettgipfel, der am 16. und 17. November dieses Mal mit unter anderem Alfred Dorfer, Lukas Resetarits und Michael Mittermeier, der Wien erst kürzlich gar eine neue Kabarettbühne schenkte (!), wieder unfassbar gut besetzt ist! Unfassbar gut ist übrigens auch die neue Zaubershow “Dreifach zauberhaft” von Thommy Ten & Amélie van Tass, die am 9. und 10. April Wien in Las Vegas-Flair tauchen werden!
Nach all diesen spannenden Ausblicken, die bald wieder Schlangen wie diese in den Märzpark vor die Wiener Stadthalle zaubern werden, sind wir natürlich jetzt noch ganz im Eurovision-Fieber - mit einer brennenden Frage: Wird die begehrte Trophäe dieses Jahr tatsächlich nach Finnland gehen, sehen die Wettbüros immerhin Linda Lampenius & Pete Parkkonen mit ihrem “Liekinheitin” immer noch mit knapp 30 Prozent als wahrscheinlichsten Sieger? Oder wird der ESC nächstes Jahr dann noch in Griechenland ausgetragen, hat Akylas mit “Ferto” in den letzten Wochen immerhin gehörig aufgeholt? Sicher scheint aktuell nur, dass der ORF nicht fürchten muss, auch 2027 den Wettbewerb ausrichten zu müssen: COSMÓ liegt mit seinem durchaus formidablen “Tanzschein” am unteren Ende der Skala.
Für alle, die keine Tickets für den ESC ergattern konnten, sei an dieser Stelle aber noch der offizielle EuroClub im Praterdom ans Herz gelegt: Im Fokus sind dabei vor allem ehemalige ESC-Acts, die als Live-Performer für die Abende angekündigt sind - etwa “unsere” PAENDA sowie Abor & Tynna, die auch am FM4 Frequency gastieren werden. Dazu kommen Favorit*innen aus nationalen Vorentscheiden - darunter mit Sinikka Monte eine Wahlösterreicherin, die dieses Jahr fast für Finnland ins Rennen gegangen wäre: Unser Interview mit ihr könnt ihr [an dieser Stelle nachlesen]. Ergänzt wird das Programm durch eine beeindruckende Riege an DJs, die auf zwei Dancefloors für den passenden Soundtrack sorgen.