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Sport

Hot Wheels: Monster auf 4 Rädern

02.01.2025 von Hannes Kropik

Die „Glow-N-Fire“-Show der Hot Wheels Monster Trucks verspricht feurige Motorsport-Action. Am Steuer des legendären Bigfoot beweist Rebecca Schnell, dass sich aber selbst die größten PS-Ungeheuer zähmen lassen – mit einem Lächeln im Gesicht.

Mit dem Röhren der aufgedonnerten Motoren, das im Februar 2025 erstmals die Wiener Stadthalle erfüllen wird, werden wilde (Kinder-)Fantasien wahr. Denn eigentlich ist Hot Wheels eine Spielzeugauto-Marke, die Mattel 1968 auf den Markt brachte. Entwickelt von Elliot Handler (dem Ehemann von Ruth Handler, die wenige Jahre zuvor mit den Barbie-Puppen den Grundstein zum Milliardenimperium gelegt hatte) sollten sie eine kreativ überbordende Konkurrenz zu den realistisch nachgebauten Matchbox-Autos sein.

Eine Frau am Steuer

Rebecca Schnell ist eine herausragende Fahrerin im Monster-Truck-Sport und die erste Frau, die bei der Hot Wheels Monster Trucks Live Tour als Fahrerin auftrat. Ursprünglich aus North Carolina, startete sie ihre Karriere als Crew Chief und wechselte 2019 selbst hinter das Steuer. Seitdem steuert sie den legendären Bigfoot-Truck und ist bekannt für ihre beeindruckenden Stunts und Präzision. Rebecca (zudem ausgebildete Notfallkrankenschwester) sieht ihre Position als Möglichkeit, Barrieren zu durchbrechen und anderen Frauen zu zeigen, dass auch sie erfolgreich in dieser männerdominierten Branche sein können.

Nun sorgen acht real gewordenen Monster Trucks weltweit für Furore und für volle Hallen; sie tragen respekteinflößende Namen wie 5-Alarm, Bone Shaker, Tiger Shark und Skelesaurus. Zu den größten Publikumslieblingen zählt eine amerikanische Vierrad-Legende: Bigfoot, ein seit 50 Jahren immer weiter aufgemotzter Ford Pick-up. Gesteuert – oder besser gesagt: gezähmt – wird dieses PS-Ungeheuer von der US-Amerikanerin Rebecca Schnell, der ersten Frau in einem Hot Wheels Monster Truck.

Und tatsächlich trägt Rebecca Schnells Bigfoot die Bezeichnung „Monster Truck” zu Recht. Allein die technischen Daten und die Dimensionen des Gefährts, das 2012 als 19. Evolutionsstufe dieses Models aufgebaut wurde, sind atemberaubend: Der – natürlich nicht für den Straßenverkehr zugelassene – Wagen ist mehr als fünf Meter lang, dreieinhalb Meter breit und drei Meter hoch, die Reifen überragen mit ihren 168 Zentimeter so manchen Menschen: „Aber egal, wie groß du bist: Neben Bigfoot fühlst du dich immer klein.“

Acht mit Stickstoff aufgeladene Stoßdämpfer sorgen für ein fideles Auf und Ab und mit einem Federweg von mehr als 60 Zentimeter für ein selbstbewusstes Klettern über Hindernisse, die 1.500 Pferdestärken garantieren eine zünftige Stampede unter der Motorhaube. Die Lenkung erinnert grundsätzlich an die eines normalen Trucks, erzählt Rebecca Schnell im Gespräch. Sie hat acht Jahre als Mechanikerin an diesem Monster Truck gearbeitet, ehe sie sich bereit gefühlt hat, selbst das Steuer zu übernehmen: „Der wesentliche Unterschied ist, dass wir ein Lenkrad für die beiden Vorderräder haben und die Hinterräder zusätzlich über einen Kippschalter steuern.“ Und das ermöglicht eine außergewöhnliche Fortbewegungsart: „Wir können den Truck deshalb in einer Art Krabbengang seitlich vor und zurück manövrieren.“

Alles an diesen Monster Trucks schreit nach Action, nach Abenteuer – aber nicht nach Draufgängertum: „Du musst sehr konzentriert, sehr fokussiert sein.“ Die Show selbst, verrät Rebecca Schnell mit einem frechen Lachen, ist „absolut familientauglich. Aber nehmt euch sicherheitshalber Ohrstöpsel mit, die Motoren unserer Monster fauchen manchmal ein bisschen lauter.“ Um Spannung bis zum Schluss zu garantieren, treten die Fahrer in vier Disziplinen gegeneinander an; neben dem prestigeträchtigen Tagessieg geht es für alle Teilnehmer auch um den Gesamtsieg im Champions Cup: „Mein Ehemann Darren fährt einen der anderen Monster Trucks, den giftgrünen Gunkster. Glaub mir, wir nehmen es sehr ernst, wer am Ende der bessere Fahrer ist!“

Komplette Narrenfreiheit

Auf dem Programm stehen ein Wheelie-Bewerb, bei dem die rund fünf Tonnen schweren und bis zu 110 Stundenkilometer schnellen Gefährte auf den Hinterrädern spektakulär über geparkte Schrottautos brettern, der Weitsprung, eine Freestyle-Challenge „und der Donut-Contest. Der macht mir sogar noch mehr Spaß als der Freestyle-Teil, bei dem man eigentlich komplette Narrenfreiheit hat. Denn diese Donuts verlangen ein paar ganz spezielle Fertigkeiten, damit du das Monster in Rotation versetzen kannst. Und es ist eine irrsinnige Herausforderung, selbst nicht die Orientierung in der Halle zu verlieren, während du dich rasend schnell im Kreis drehst und dir der Rauch der verbrannten Reifen die Sicht verschleiert.“

Wassermelone oder Kirsche?

Dazu kommt, dass die Piloten nicht nur Helm und Handschuhe, sondern auch feuerfeste Overalls tragen müssen, sagt Rebecca, die vor ihrer Bigfoot-Karriere als Krankenschwester gearbeitet hat: „Natürlich wird es im Cockpit manchmal ein bisschen wärmer, aber ich kann ja notfalls das Helmgebläse einschalten.“ Der intensive Geruch der Treibstoffdämpfe ist aber kein Problem, sagt Rebecca Schnell: „Im Gegenteil, das macht doch erst den Reiz aus.“ Lachender Nachsatz: „Außerdem mischen sie dem Methanol manchmal irgendwelche Duftstoffe bei. Das ist ganz schön witzig, wenn es im Wagen deshalb nach Wassermelone oder Kirsche riecht.“

Ein wesentlicher Punkt für die Fahrer ist natürlich die Sicherheit. „Auch wenn es vielleicht gefährlich aussieht: Uns kann im Cockpit im Prinzip nichts passieren. Wenn sich jemand von uns verletzt, dann eher, wenn wir irgendwelche schweren Taschen oder Kisten wegräumen wollen und sie falsch anheben. Oder wenn wir uns den Kopf anstoßen – diese Autos sind wirklich riesig.“  Bei einer Freestyle-Action, erinnert sich Rebecca, hat ihr Bigfoot einmal einen ungeplanten Vorwärtssalto geschlagen: „Das Publikum hat es geliebt, weil es diesen Move nie zuvor gesehen hat. Für meine Crew und mich war es allerdings ein bisschen anstrengender, den Truck hinterher wieder zu reparieren!”

Auf Tuchfühlung

Anekdoten wie diese teilt Rebecca liebend gern mit ihren Fans, die – mit Zusatzticket – im Rahmen der Power Smashers Pre-Show die Wettkampfarena besuchen und die Monster Trucks (und deren Piloten) aus unmittelbarer Nähe bewundern und fotografieren können. „Die Leute interessieren sich meistens tatsächlich mehr für meinen Wagen als für mich“, sagt Rebecca Schnell. Eifersüchtig macht sie das aber nicht: „Ich verstehe es vollkommen. Dieser Truck ist es, was meinen Job so cool macht. Ohne ihn hätte ich nicht die Möglichkeit, die Welt zu bereisen. Und deshalb signiere ich, wenn ich um ein Autogramm gebeten werde, zuerst immer im Namen Bigfoots, ich selbst komme immer erst an zweiter Stelle.“


Live-Termine


Hot Wheels "Glow-N-Fire"

01. & 02. Februar 2025 | Wien, Wiener Stadthalle D


Infos auf dem Stand vom 02.01.2025  

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