Bild: Warner Music
Es ist der größte UND rätselhafteste Metalcore-Hype der jüngsten Zeit: President aus UK. Ihr Österreich-Debüt gaben sie dieses Jahr im Gasometer und auch gleich am Nova Rock Festival, nun folgt ihr Debütalbum “Blood For Your Empire” und eine Wiederkehr in die Raiffeisen Halle im Gasometer!
Wenn Bands ein Geheimnis um ihre Identitäten machen, macht das potenzielle Hörer immer neugierig. So war es früher, bevor das Internet die Geheimnisse nahm, schon immer, so war es aber auch bei Slipknot zu ihren Anfängen und zuletzt lange Zeit bei Ghost oder auch Sleep Token. Auf ein ähnliches Mysterium setzen auch President - die britische Metalcore-Formation, die seit ihrem Einstand erst letztes Jahr (!) beim britischen Download Festival mit zahlreichen multimillionenfach gestreamten Songs auf sich aufmerksam macht.
Ihr umjubeltes Österreich-Debüt gaben President diesen Jänner im Vorprogramm von Architects in der ausverkauften Raiffeisen Halle im Gasometer, einen Nachschlag gab es dann bereits dieses Jahr am Nova Rock. Da hatte man schon die neuen Singles “Angel Wings”, “Mercy” und “Doom Loop” im Gepäck, die auch am Debütalbum “Blood Of Your Empire” zu hören sein werden, das am 4. September erscheint. Irgendwo zwischen Heavy Metal, elektronischer Experimentierfreude und filmreifer Atmosphäre klingen President auch weiterhin wie ein Koloss, auf den man sich erst einlassen muss - darant ändert auch nichts die brandneue Single “Dark Heaven”, die mehr als trefflich betitelt ist.
“Dark heaven” ist eine Reflexion über die Widersprüche des Glaubens und darüber, wie etwas, das eigentlich dazu gedacht war, die Menschheit zu einen, so häufig dazu genutzt wurde, Spaltung, Gewalt und Macht zu rechtfertigen. Es handelt von der Art, wie Gier die Maske der Rechtschaffenheit tragen kann. Es ist keine Attacke auf Glauben an sich; es geht darum, nach etwas Echtem unter all dem Lärm zu suchen und danach zu fragen, was bleibt, wenn Gewissheit zu bröckeln beginnt.
Das passt auch zur inhaltlichen Ausrichtung vom Album “Blood Of Your Empire", soll es doch den eigenen Kampf von President himself verdeutlichen: Eine existenzielle Krise und den Versuch, Glauben, die eigene Sterblichkeit und die Beziehung der Menschheit zum Glauben zu verstehen. “Religion hat unglaubliches Mitgefühl, Sinn und Schönheit in der Welt angeregt – aber sie war auch für unvorstellbares Leid und Blutvergießen in der Geschichte verantwortlich”, erzählt er über seinen Zwiespalt. Und weiter: “Dieses Album lebt in der Spannung zwischen diesen beiden Wahrheiten. Es zu schreiben wurde für mich zu einer Möglichkeit, mich der Angst, Verwirrung und den Fragen zu stellen, die ich Jahre mit mir herumgetragen habe, und diese in etwas zu verwandeln, auf das ich wirklich stolz bin.”