Bon Iver sind eine erfolgreiche US-amerikanische Indie-Folk-Band. Kopf der Gruppe ist Singer-Songwriter und Gitarrist Justin Vernon, der mit einer eindrucksvollen Mischung aus hoher Kopf- und tiefer Bruststimme für den charakteristischen Sound der Band sorgt. Zerbrechlich und kraftvoll zugleich singt er sich damit in die Herzen der Fans und erzeugt emotionale Gänsehautmomente.
Bon Iver – von einer einsamen Hütte in die Charts
Frontmann Justin Vernon durchlebt 2006 eine schwierige Zeit: Seine damalige Band DeYarmond Edison löst sich auf, seine Beziehung scheitert und er erkrankt am Pfeifferschen Drüsenfieber. Um sich zu erholen und die jüngsten Ereignisse zu verarbeiten, zieht sich Vernon in die Jagdhütte seines Vaters nahe seiner Heimatstadt in Wisconsin zurück.
Dort entstehen verschiedene Songs, die er als Demos an einige Plattenfirmen verschicken möchte. Doch die Resonanz seiner Freunde und Familie ist so positiv, dass er das Musikprojekt direkt in Eigenregie umsetzt.
Auf der Hütte im äußersten Norden der USA entsteht auch der Bandname Bon Iver. Vernon schaut sich dort unter anderem die Serie "Ausgerechnet Alaska" an, in der sich die Einwohner einer fiktiven alaskischen Kleinstadt mit "Bon Hiver" – französisch für "guter Winter" – begrüßen. Daraus wird schließlich Bon Iver.
Schon das Debütalbum von Bon Iver wird zum Durchbruch
Im Alleingang kreiert Justin Vernon die Songs für das erste Album "For Emma, Forever Ago", das im Jahr 2007 auf dem amerikanischen Markt und zwei Jahre später in Europa erscheint. Das Debütalbum von Bon Iver erreicht in den USA Gold-Status und liefert den Soundtrack für einige amerikanische Erfolgsserien wie "Grey’s Anatomy". Das zweite Album mit dem Titel "Bon Iver, Bon Iver" erscheint 2011 und knüpft an den großen Erfolg der ersten Platte an.
Die Zeit der privaten Jams auf der Veranda ist damit endgültig vorbei. Noch im selben Jahr findet eine Bon-Iver-Tour rund um den Globus statt. Wegen des internationalen Erfolgs der Band ruft der Bürgermeister von Milwaukee, der Hauptstadt von Wisconsin, zum Beginn der Tournee am 22. Juli 2011 sogar stolz den "Bon Iver Day" aus.
Ein Jahr später erhalten Bon Iver ihren ersten Grammy für das beste Album im Bereich "Alternative Music" und die Auszeichnung als bester neuer Künstler. Mastermind Vernon versteht es wie kein anderer, Singer-Songwriter-Tradition, Folk, Pop, Rock und Soul zu einem höchst melodischen Sound zu verbinden.
Kryptisch, melancholisch, schön
Egal, wo sie auch auftreten, verkaufen Bon Iver Tickets in großer Zahl. Doch nach der Tour fühlt sich Justin Vernon ausgebrannt und zieht sich auf die griechische Insel Santorini zurück. Da sich sein Zustand nicht bessert, reist er wieder in die USA, wo er eine Therapie beginnt.
Dennoch ist der Aufenthalt auf Santorini sehr produktiv. 2016 erscheint das Album "22, A Million", auf dem Bon Iver die Eindrücke von Vernon in Griechenland verarbeiten. Zur Zahl 22, so der Sänger, habe er eine besondere Beziehung. Er habe immer diese Rückennummer getragen und stelle seinen Wecker stets 22 Minuten nach der vollen Stunde ein. Originell sind auch die Songtitel des Albums, die aus kryptischen Zeichen bestehen und wie viele der melancholischen Texte nicht eindeutig zu entschlüsseln sind.
Das vierte Album trägt den Titel "I, I" und entsteht 2019 in einem sechswöchigen Prozess auf der Sonic Ranch in West Texas. Es beendet die vierteilige Serie über die Jahreszeiten, die mit dem Winter-Projekt "For Emma, Forever Ago" begonnen hat.
Bon Iver begeistern mit neuen Songs
Bon Iver sind nach Meinung von Frontmann Justin Vernon wie eine immer größer werdende Familie. Im März 2020 veröffentlicht die Gruppe die EP "Blood Bank" aus dem Jahr 2009 erneut. Die Neuausgabe umfasst sowohl Originalsongs als auch Live-Aufnahmen.
Kurz darauf präsentiert die Band zum ersten Mal den Song "Things Behind Things Behind Things" bei einem Wahlkampf-Event des US-Politikers Bernie Sanders. Wenig später erscheint der Song "Please Don’t Leave Me In Fear", dessen Erlöse zur Bekämpfung der Corona-Pandemie verwendet werden. Ebenso wie die Nähe zu den Fans hat soziales Engagement bei Bon Iver einen hohen Stellenwert.