Cecilia Bartoli (*4. Juni 1966 in Rom) ist eine international gefeierte Mezzosopranistin mit einem außergewöhnlichen Stimmumfang von über zweieinhalb Oktaven. Bekannt für ihre Virtuosität, Bühnenpräsenz und Neugier auf selten gespieltes Repertoire, gilt sie als eine der bedeutendsten Opernsängerinnen ihrer Generation.
Ihre ersten Gesangsstunden erhielt sie von ihrer Mutter Silvana Bazzoni, selbst Opernsängerin. Bereits mit 19 Jahren debütierte Bartoli als Rosina in Rossinis "Il barbiere di Siviglia" in Rom. Der internationale Durchbruch folgte 1988 bei einem Galaabend an der Pariser Oper, als Größen wie Herbert von Karajan, Daniel Barenboim und Nikolaus Harnoncourt auf sie aufmerksam wurden. In den 1990er-Jahren eroberte sie die großen Opernhäuser der Welt – von der Scala di Milano bis zur Metropolitan Opera – mit Rollen wie Zerlina ("Don Giovanni"), Despina ("Così fan tutte") oder Angelina ("La Cenerentola").
Bartolis künstlerische Neugier führte sie immer wieder zu unentdeckten Schätzen des Barock und der Klassik. So widmete sie sich Projekten wie "Maria" (2007), ein musikalisches Porträt der Sängerin Maria Malibran, oder "Sacrificium" (2009), das die Welt der Kastraten beleuchtet. Mit Alben wie "The Vivaldi Album", "Opera Proibita", "St Petersburg", "Dolce duello" und "Queen of Baroque" festigte sie ihren Ruf als wegweisende Interpretin, die historische Klangwelten in moderner Frische präsentiert.
Seit 2012 ist Bartoli künstlerische Leiterin der Salzburger Pfingstfestspiele, wo sie mit Produktionen wie Händels "Giulio Cesare", Bellinis "Norma" oder Glucks "Iphigénie en Tauride" Triumphe feierte. 2023 übernahm sie zudem die Direktion der Opéra de Monte-Carlo. Ihr Repertoire reicht von Mozart und Rossini über Händel und Gluck bis zu Bellini und Bernstein.
Neben ihrer Karriere setzt sich Bartoli mit der Cecilia-Bartoli-Musikstiftung für die Förderung vergessener Komponisten und historischer Aufführungspraxis ein. Zahlreiche Auszeichnungen – darunter der Grammy, der ECHO Klassik, der Polar Music Prize und der Österreichische Musiktheaterpreis – belegen ihre herausragende Bedeutung.