Walburga Stromminger, die Tochter des Höchstbauern, hat sich ihren Spitznamen redlich verdient, hat es doch sonst niemand gewagt, dem Geier das Nest auszuräumen. Nur die Geierwally ist so wild, so frei. Bis sie ihr Herz an den Bärenjosef verliert und sich dem Vater widersetzt. Wally wird auf den höchsten Berg verbannt, in die Kargheit und Einsamkeit. Aufgeben wird sie, der Vater ist sicher, dass der Winter sie zurück in
sein Haus treiben wird.
Doch sie ist unbeugsam, mit ihrem Geier zur Gesellschaft bleibt sie sich treu, erträgt die Verbannung und die Häme des Dorfes, bis schließlich der Vater stirbt und der Hof an sie fällt. Doch auch mit all dem Reichtum und der Macht der Hochbäuerin fehlt etwas. Die stolze Geierwally hat ihr einst verlorenes Herz noch nicht wieder gefunden.
Die Südtiroler Autorin Anna Gschnitzer hat schon mehrfach bewiesen, dass sie ein Gespür für den emotionalen Kern einer Erzählung hat, ohne dabei in Klischees zu verfallen. Den 1875 veröffentlichten Roman von Wilhelmine von Hillern bearbeitet Gschnitzer, indem sie Altbekanntes infrage stellt – sie zeigt keine verkitschte Opernvision, sondern die harte Realität einer Außenseiterin, die sich nicht verbiegen lassen will, nicht einmal um der Liebe willen.
Wolfgang Menardi zählt zu den gefragtesten Regisseuren der Gegenwart. Er bringt „Die Geierwally“ gemeinsam mit Volksmusiker:innen und Tänzer:innen sowie dem Stadtensemble als brandaktuelles, feministisches Heimatstück auf die Bühne.
Regie & Bühne: Wolfgang Menardi
Kostüme: Michael Sieberock-Serafimowitsch
Künstlerische Produktionsleitung: Lucas Vogel
Dramaturgie: Tabea Baumann
Komposition & Musik: Matteo Haitzmann
Uraufführung am 15. März 2027