So wie Sofia Kourtesis selbst, strotzen auch ihre House-Tracks vor Lebendigkeit. "La Perla", "By Your Side", "Estación Esperanza" mit Manu Chao und "Moving" sind nur einige Beispiele hierfür. Überall, wo die aus Peru stammende und in Berlin ansässige Produzentin live auftritt, sieht man nichts als losgelöste, tanzende Menschen. Sofia Kourtesis macht die Leute schlichtweg happy. Das gelingt ihr mit einem höchst eigenen Sound, den sie gerne mithilfe verschiedener Samples und Field-Recordings kreiert. Das Ergebnis sind hypnotisierende Klangwelten voller Euphorie, wie auf den ersten drei EPs "Sofia Kourtesis", "Fresia Magdalena" und "Sarita Colonia".
Unbestreitbar ist Sofia Kourtesis’ Musik für den Dancefloor gemacht. Doch sie funktioniert ebenso gut in ganz anderen Situationen, ob im Auto oder beim Chillen mit Freunden. Der Vibe, der von Tracks wie "By Your Side" oder "La Perla" ausgeht, ist hochgradig ansteckend. Letztgenannter ist Sofias Vater gewidmet, der 2020 verstorben ist und dessen Stimme im Track "Nicolas" zu hören ist. Als Rechtsanwalt stellte dieser sich in den Neunzigerjahren gegen die diktatorische Regierung Perus, indem er sich für politisch Verfolgte einsetzte. Auch die Mutter kämpft für die Rechte anderer und macht sich unter anderem für die LGBTQ-Community stark. Der Titel "Fresia Magdalena" nimmt direkten Bezug auf sie: Fresia lautet der Name der Mutter; in Magdalena del Mar, einem Stadtteil von Perus Hauptstadt Lima, ist Sofia aufgewachsen. Angesichts eines solchen Elternhauses wundert es nicht, dass Sofia Kourtesis’ Musik weit mehr ist als oberflächliche Tanzmusik, was sicherlich auch auf ihren internationalen Background zurückzuführen ist.
Lima meets Berlin
In Peru geboren, verbringt Sofia Kourtesis als Kind einige Jahre in Deutschland. Mit 17 kehrt sie zurück, um in Ludwigsburg Film zu studieren. Aufgrund ihres jungen Alters wird sie jedoch von der Filmakademie abgewiesen. Vermutlich haben wir es diesem Umstand zu verdanken, dass sie ihre Visionen heute in Musik umsetzt. Und diese musikalischen Visionen klingen so international wie es die Künstlerin selbst ist. Tonaufnahmen aus ihrer Heimat und von vielen anderen Orten der Welt, Film-Samples, Sofias Stimme – Elemente wie diese lassen Kourtesis’ Tracks so frisch und anders klingen.
Da sich Sofia Kourtesis selbst keine Grenzen zu setzen scheint, ist es umso spannender, ihr kreatives Schaffen zu verfolgen. Ihre Tracks besitzen zahlreiche Facetten, sind oft unbeschwert, manchmal auch düster und melancholisch und stecken voller überraschender Details. Diese außergewöhnliche Produzentin wird die Elektro-Welt sicher noch lange bereichern.