Die Tochter eines ghanaischen Highlife Musikers und einer deutschen Politologin nahm in ihrer Karriere nie den geraden, den einfachen Weg. Angespornt vom Vater hatte sie schon in Ghana, wo sie bis zum Alter von elf Jahren lebte, gesungen und Keyboard gespielt und bereits ihre Lehrerin trug ihr damals auf, jeden Tag ein neues Lied zu komponieren. Einen Plattenvertrag aber wollte sie nicht so schnell unterschreiben. Stattdessen studierte Yakoto Tanzpädagogik. 2012 dann kam ihr Durchbruch: Gleich ihre erste Single "Tamba" packte ein brisantes Thema an. Yakoto sang vom Leid von Kindersoldaten, und das Jahre bevor die aktuelle Flüchtlingswelle uns unmittelbar mit der Lebensrealität vieler Jugendlicher in den Kriegsgebieten unserer Welt konfrontierte. Der Song und das dazugehörige Debüt-Album "Babyblues" fanden trotzdem – oder gerade deswegen – bei Kritikern und Fans gleichermaßen Anklang.
Wie aber klingt Y'akoto 2017? In welche Richtung ist sie gewachsen? Und was inspirierte sie für ihr Album "Mermaid Blues" Yakoto nennt hier bemerkenswerterweise die Lebensgeschichten von Muhammad Ali und der mexikanischen Malerin Frida Kahlo. Menschen, die trotz gewaltiger Widerstände keine Angst vor ihren eigenen Meinungen und Ideen hatten. Außerdem schätzt sie die afrobritische Schriftstellerin Zadie Smith und den amerikanischen Philosophen Noam Chomsky. Von ihnen habe sie gelernt, Dinge zu hinterfragen. Neugierig zu bleiben. "Ich konzentriere mich auf die, die mich verstehen“, sagt Yakoto. "Ehrlicher künstlerischer Ausdruck in jeder Form ist nun mal schwierig, herausfordernd und aufreibend. Das ist Soul“. Dieser Wille, sich an seinen inneren Widersprüchen aufzureiben, prägt „Mermaid Blues“. Neben dem Berliner Produzenten Marek Pompetzki und dem frankokanadischen Erfolgsproduzenten Phil Greiss aus Paris, produzierte zum Großteil das schwedische Produzenten-Duo Stefan Örn und Johan Kronlund in den ART:ERY Studios in Stockholm den zwischen Blues, Neo-Soul und Ambient-Pop changierenden Sound. Yakoto legt dazu einige ihrer intensivsten Gesangslinien hin. Ringt ihrer brüchigen, kehligen Stimme jede Menge Leidenschaft ab.