Hauch
Zwanzig Jahre hat Xaver Bayer uns warten lassen auf diesen Roman, und jetzt ist er da – und fällt völlig aus der Zeit. »Hauch« ist ein Briefroman, was darin passiert, steht in und zwischen den Zeilen, die einander zwei schreiben.
Veit ist Schriftsteller, Dora Übersetzerin, sie haben die Abmachung getroffen, einander ein Jahr lang nicht zu sehen. Wir erfahren nicht, warum, es ist ein Spiel, ein Experiment. Dora lebt in der Stadt und fühlt sich den Zumutungen unserer Zeit zunehmend schutzlos ausgesetzt, Veit bezieht seinen Posten in einem alten Bauernhof am Land, streift durch die verlassene Gegend, beobachtet die Vögel, die Bäume, den Wind.
Beide betrachten die Gegenwart, ohne sie zu teilen, beide üben den Rückzug, jeder auf seine Weise. Die Entfernung zwischen den beiden ist nicht groß, aber sie bleibt auch nicht gleich. Sie wächst, wie die Sehnsucht nach einem anderen Leben.
Xaver Bayer
Xaver Bayer, geboren 1977 in Wien, studierte Philosophie und Germanistik. Heute lebt und arbeitet er als freier Schriftsteller in Wien und schreibt Romane, Erzählungen und Theaterstücke. Für sein literarisches Schaffen erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, u. a. Reinhard-Priessnitz-Preis (2004), Hermann-Lenz-Preis (2008) und Österreichischer Förderungspreis der Stadt Wien (2011). Bei Jung und Jung erschienen von ihm u.a. „Weiter“. Roman (2006), „Die durchsichtigen Hände“. Erzählungen (2008), „Geheimnisvolles Knistern aus dem Zauberreich“ (2014). Mit „Atlas“. Erzählung erscheint 2017 sein Debüt bei Haymon in bibliophiler Ausstattung.
Auszeichnungen:
2023 Robert-Musil-Stipendium
2020 Österreichischer Buchpreis (für »Geschichten mit Marianne«)
2019 Niederösterreichischer Kulturpreis
2011 Österreichischer Förderungspreis Literatur Stadt Wien
2008 Hermann-Lenz-Preis
2005 Österreichischer Förderungspreis für Literatur
2004 Reinhard-Priessnitz-Preis
2002 Hermann-Lenz-Stipendium