Eternity Again | "Allein zu spielen war irgendwann nicht mehr angenehm." Was Barbora Cihak in Prag als Schlafzimmerprojekt begonnen hatte, ist seit dieser Erkenntnis eine Band zu viert. Die Sängerin und Songwriterin fiel mit 16 über Radiowettbewerbe auf, spielte im Vorprogramm von Orla Gartland und Francis of Delirium und später an der Seite von Alex G. Gegen Ende der Schulzeit holte sie ihren Mitschüler Erik Petrina an die Gitarre, dazu kamen Vojtěch Kouřil am Bass und Miki Papež am Schlagzeug. Seither tourt Eternity Again durch Tschechien und Europa, unter anderem als Vorband von They Are Gutting a Body of Water und Stella Rose Gahan.
Anfangs war die Besetzung nur die Liveversion der Solostücke. Dann kippte das Verhältnis. "Ich hatte Demos für ein weiteres Album fertig, und plötzlich hat es Sinn ergeben, das mit der Band aufzunehmen", sagt Cihak. Herausgekommen ist "Prophecy", erschienen im August 2025 und im MeetFactory vorgestellt: 13 Stücke aus unzähligen Schichten, in denen zwischen den Instrumenten Kinderspielzeug, vorbeifahrende Autos, Seufzer und feines Kratzen auftauchen. Die Bezugspunkte reichen von den Cocteau Twins über Sonic Youth bis zur verhangenen Romantik von Slowdive und My Bloody Valentine.
Das Interessanteste daran ist die Dynamik. Ein Synthesizer, der sich unauffällig meldet. Eine Gitarre, die für ein paar Takte aus dem Nebel auftaucht. Ein Schlagzeug, das minimalistisch bleiben darf. Alles dient der Atmosphäre, nichts steht für sich allein. Auf eine Schublade lässt sich das nicht festnageln, und die Band will das auch nicht: "Ich habe nie in Genres gedacht. Ich mache das, was für mich Sinn ergibt", sagt Cihak.
Gerade liegt der Schwerpunkt auf Konzerten, eine Tour durch Großbritannien zeichnet sich ab, parallel entstehen Demos für die zweite Platte. Wer Shoegaze mag, der nicht in Nostalgie versinkt, ist hier richtig.
Aktuelles Album: "Prophecy" (2025), Eternity Again