Der Südtiroler Singer-Songwriter und Blues-Gitarrist MORITZ GAMPER skizziert in seinem zweiten Album Dressed in Edelweiss Szenen des Alltags von Südtirol, Italien und Frankreich, wo passenderweise südtirolerische, italienische und französische Textzeilen in den englischen Basistext einfließen.
Motive sind (unverschämt) hohe Ziele und Träume, etwa von "löffelweisem Zucker" (Sugar), der Sehnsucht nach Madeleine oder König von Südtirol zu sein. Diese verpuffen aber durch die Pflichten und Nöte in der Realität, wie jene der zu zahlenden Rechnungen (Not Your Day), des falschen Spiels durch "Tricks" (Game of Shadows), des endlosen Geplappers der Leute ohne Erkenntnis (One Man Job) und "Durchhalten zu müssen" bis zum Endspurt (Hold on).
Doch dann gibt es auch Songs, die stille Momente beschreiben, wo der Alpinbürger seine Kräfte aufzutanken weiß: beim Baum (Olive Tree), auf dem sonnigen Weg, umgeben von Blumen und Brise (Sunshine In A Bottle), und beim Kaffee Italiens mit der Wirkung, sich selbst fühlen zu können (Espresso Doppio).
Die Stimmung erinnert an den melancholisch-ironischen Humor des Filmemachers Nanni Moretti. Oder an Paolo Conte - vor allem musikalisch wegen der erzählerisch starken Jazz-Trompete und des Basses. Diese Instrumente übernehmen aufstrebende junge Musiker: Gampers Landsmann ANDREAS SCHWÄRZER (tr) und Italiener LUCA MOCCIA (kb). Und doch ist dieser Mix aus Blues, Jazz, Folk und klassischem Songwriting einzigartig, mit Charme frech und stilvoll modern.