MODERATION: SUSANNE POLLINGER
Ökonomie der Angst - Die Rückkehr des nervösen Zeitalters
Steht uns ein neues autoritäres Zeitalter bevor? Ist das Erbe des Liberalismus des 19. Jahrhunderts vergessen? Sind die Lehren der Europäer aus zwei furchtbaren Weltkriegen und dem Holocaust im 20. Jahrhundert vergeblich gewesen? Der renommierte Zeithistoriker Oliver Rathkolb liefert uns in Ökonomie der Angst. Die Rückkehr des nervösen Zeitalters fundierte Antworten und hellsichtige Einschätzungen.
Vor dem Ersten Weltkrieg überforderten geopolitische Umwälzungen, wirtschaftliche Verwerfungen und technologische Umbrüche Gesellschaften und politische Eliten. Und heute? Polarisierung, irrationale Politik und das Gefühl der Marginalisierung nähren erneut die Sehnsucht nach dem "starken Mann" und simplen, oft gewaltsamen Lösungen für komplexe Probleme.
Rathkolb zeigt, wie Machtstreben, Profitgier und die Missachtung demokratischer Regeln autoritäre Strukturen entstehen lassen – und warum diese Dynamiken wieder bedrohlich aktuell sind.
Oliver Rathkolb, geboren 1955, war langjähriger Vorstand und Professor des Instituts für Zeitgeschichte der Universität Wien. Er ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen zur österreichischen und internationalen Zeit- und Kulturgeschichte sowie Herausgeber der Zeitschrift »zeitgeschichte«, Vorsitzender des Wiener Instituts für Kultur- und Zeitgeschichte (VICCA) und des wissenschaftlichen Beirats des Hauses der europäischen Geschichte in Brüssel.