In Bertolt Brechts Stück „Mann ist Mann“ aus dem Jahr 1926 wird erprobt, wie man Menschen mitsamt ihren Einstellungen beliebig formen kann. Der Arbeiter Galy Gay wird binnen einer Woche in eine gefühllose Kampfmaschine „ummontiert“. Robert Misik untersucht in „Erziehung zur Grausamkeit“ die Massenpsychologie des neuen Faschismus.
Das verhetzte Individuum fällt nicht vom Himmel. Es wird gemacht. Die Agitation schürt die Wut, die Verbitterungsgefühle, will ihre Anhänger in vollends paranoide Charaktere verwandeln, nährt einen Kult der Härte, die Freude an der Gemeinheit, Fantasien über allerlei Grausamkeiten, die man anderen antun könnte. Es sind Lehrjahre der Unmenschlichkeit.
Robert Misik analysiert nicht nur, welche Charaktere für das Autoritäre besonders empfänglich sind und welche Pathologien unserer Zeit den Aufstieg der radikalen Rechten begünstigen, sondern: Was geschieht mit den Menschen, wenn sie in die Fänge der Propaganda geraten?
An diesem Abend ist Robert Misik in der Lagerbaracke Wagna zu Gast und bespricht seine Erkenntnisse mit Bürgermeister Peter Stradner. Auch das Publikum ist im zweiten Teil des Abends recht herzlich eingeladen, Fragen zu stellen und sich in eine Diskussion einzubringen.