Bild: Severin Wurnig
Schon sein halbes Leben lang begeistert Andreas Ferner die Kabarett-Zuseher. Seit 25 Jahren pendelt der gebürtige Wiener und zweifache Familienvater gekonnt zwischen Klassenzimmer und Bühne. Zu Beginn seiner Kabarettkarriere gab er seine Gags vor einem Publikum in Schulklassengröße zum Besten. Spätestens mit seinem Soloprogramm "Schule, OIDA!" (2013) gelang Ferner der große Durchbruch. Heute startet er einen Angriff auf die Lachmuskeln vor stets ausverkauften Häusern. Anlässlich eines Vierteljahrhunderts auf der Kabarettbühne und seines im Herbst bevorstehenden Fünfzigers schenkt er sich und seinen Fans gleich zwei Jubiläums-Programme: Stundenwiederholung ("Best of 20 Jahre Bildungskabarett") und Chill amal, Fessor!
Andreas Ferner gilt als DER Bildungskabarettist Österreichs mit den sympathischsten Lachfalten des Landes. Mit viel Schmäh und authentischer Praxiserfahrung, die er in seiner Funktion als HAK-Lehrer in kaufmännischen Fächern erwirbt, widmet er sich den Herausforderungen im Schulsystem. Ferner, der im heurigen Herbst seinen Fünfziger feiert, bringt mit seinen beiden Jubiläums-Programmen „Chill amal, Fessor!“ und „Stundenwiederholung“ den Schulalltag gesellschaftskritisch und pointiert auf die Bühne.
Für Ferner ist Kabarett wie Spitzensport und Therapie zugleich. Tag für Tag übt er, um seine Performance zu verbessern, Verschnaufpausen gibt es kaum. Er ergänzt: „Du musst immer abliefern, in jeder Sekunde, sonst hast du das Publikum verloren.“ Andererseits sieht er Kabarett insbesondere vor dem Hintergrund seiner Lehrertätigkeit als Therapie für sich – und für alle anderen, die im Bildungssystem arbeiten, weil sie über den herausfordernden Schulalltag lachen und eine gesunde Distanz dazu gewinnen können. „Meine strengsten Prüfer sind jedoch die Schüler – vor ihnen habe ich genauso viel Respekt wie vor den Mathe-Schularbeiten in meiner eigenen Schulzeit. Als Lehrer musst du jeden Tag 200 Prozent geben, sozusagen Lehrer und Entertainer in einer Person sein. Einzig mit dieser Mischung bekommt man im Zeitalter von Smartphones und Social Media die Aufmerksamkeit der Jugendlichen“, sagt Ferner. Und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: „Böse Zungen behaupten, dass ich tagsüber als Lehrer und abends als Kabarettist immer das Gleiche mache. Und das stimmt! Aber am Abend kommen die Leute freiwillig... .“
In „Chill amal, Fessor!“ behandelt Ferner fern jeder „political correctness“ die großen Aufreger-Themen unserer Zeit, des Schulbetriebes und seines Lebens. Scharfsinnig wie Chili ist der Humor, Ibiza-mäßig entlarvend der allgemeine Bildungsbefund, herzzerreißend komisch die Stories aus Schule und dem Leben. In der Oberstufe der österreichischen Kabarettisten angekommen, kämpft er gegen die Unbildung von Kardashian-Po-Doubles und Insta-Influencern, die doch besser im Unterricht aufgepasst hätten. Auch im Programm „Stundenwiederholung“ bleibt kein Auge trocken. Ferner schleudert in einem kabarettistischen Bildungsfeuerwerk im gewohnt heiteren Frontalunterricht legendäre Pointen aus dem Ärmel. Mehrmals bricht der Kabarettist dabei das Konferenzgeheimnis und nimmt Helikoptereltern, selbsternannte Bildungsexperten, Schüler, Kollegen sowie sich selbst gnadenlos auf die Schaufel. Der Gewinner des „Großen NÖ Kabarett- und Comedypreises“ wechselt dabei gekonnt zwischen selbst auferlegtem Bildungsauftrag und selbst erlebtem Lebens- und Berufswahnsinn. „In meinen Programmen finden sich alle wieder. Besonders schön ist es, dass die Zuschauer mir nach der Vorstellung bei einem Glaserl dann voller Begeisterung und Emotion ihre eigenen lustigen Schulanektoden zum Besten geben“, so „Fessor“ Ferner.
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