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Konzerte

Archive haben schon wieder ein neues Album: "Not In My Name"

07.10.2026 von Stefan Baumgartner

Nur ein Jahr nach "Glass Minds" und ihrer speziellen FM4-Session im RadioKulturHaus kommen Archive mit ihrem neuen Album “Not In My Name” in den Gasometer!

Noch bevor Archive Anfang April in der rappelvollen Arena spielten, luden sie am 6. Februar ins RadioKulturHaus - und das ganz gleich zu einer ganz besonderen Session! Dort spielten sie nämlich auf Einladung vom Radiosender FM4 gemeinsam mit dem ORF Radio-Symphonieorchester Wien ein ganz spezielles Konzert. “I’d never in my wildest dreams thought it would be an orchestra of that size …“, zeigte sich Archive-Kollektivkopf Darius Keeler über diesen Abend da hellauf begeistert. ”Recording this session was so, so epic, the memories will stay with me for a very long time, and the results are just astounding."

Gespielt wurden im RadioKulturHaus Songs vom damals neuen Album “Glass Minds”, aber natürlich auch große Tracks aus ihrer Vergangenheit. Archive präsentierten sich in ein warmes, mal rotes, mal blaues Bühnenlicht gehüllt - das Orchester dabei als dezente Begleitung, mit Bläsern, Streichern und Trommeln. Dazu Schlapphut-Schamane Pollard Berrier, ein fast schon schüchterner, zurückhaltender Charismatiker am einlullenden Gesang: Der in Colorado geborene Musiker lebt mittlerweile zwar in London, aber Anfang der Nuller-Jahre nannte er die Gumpendorferstraße in Wien vier Jahre lang sein Zuhause! Zu dieser Zeit war Pollard auch Teil der St. Pöltner Band Bauchklang. Zu Wien hat Pollard auch eine besondere Beziehung, weil er hier dereinst mit Archive Kontakt aufgenommen hatte, als die Band im legendären Wiener WUK ein Konzert spielte. Seither ist er integraler Bestandteil von Archive, ein Bestandteil, auf den man nicht mehr verzichten sollte - wie auch der Abend im RKH zeigte.

Weil nicht nur das Orchester, sondern auch seine Stimme, seine Bewegungen sorgten da für einen Abend, der reich an Dynamik war - reichend Applaus gab es demnach nicht nur nach Konzertende, sondern auch währenddessen. Der wohl berührendste Moment: die “Glass Minds”-Vorabsingle “City Walls”, ein megaschöner Song von Berrier - inspiriert vom Verlust seiner Mutter.

Wie ein warmer Mantel hüllte sich der Abend über die zahlreich erschienen Besucher*innen - mit großer Dramaturgie, die Archive hier im Orchester-Setting noch viel mehr anheim war, als bei ihren handelsüblichen Konzerten: Was Musik leisten, wie stark sie berühren kann, haben Archive mit dem RSO da meisterhaft vorgeführt.

Glücklichweise müssen wir nicht ewiglich ohne Archive auskommen: Bereits Mitte März steht mit “Not In My Name” schon ihr nächstes Album an. Nach dem Polit-Statement “Yahoo” Ende Juli gibt es mittlerweile auch schon das ausufernde, fast 18 Minuten dauernde Titelstück zu hören!

Zwischen Ambient-Hip-Hop, Artrock, elektronischem Pop und Neo-Prog angesiedelt, wird das insgesamt elf Songs umfassende Album die Wut und Dringlichkeit turbulenter Zeiten auffangen: Wohin die Richtung geht, zeigt natürlich schon ebendieser Titelsong, der auch die Rückkehr von Sängerin Holly Martin einläutet. In “Not In My Name” geht es um Kolonalismus und die Zerstörung, die weltweit damit Hand in Hand geht. Gründer Darius Keeler führt mit Blick auf das heimatliche Großbritannien aus: “I’m well aware that my country ranks among the worst offenders in history and perpetuates that legacy by selling arms to regimes and leaders who should be condemned, not supported. I find the UK Government's actions deeply disturbing in that regard, but as the song says... this is not in my name.”

Allerdings steht nun fortan nicht nur Holly Martin am Gesang Berrier zur Seite, sondern auch Rapper Jimmy Collins, der auch schon im RadioKulturHaus bei einzelnen Liedern den Sound unglaublich gelingen machte. Dank ihm knüpft man mittlerweile an das Debüt “Londinium” an - und der monumentale Titelsong vereint erstmals alle Archive-Stimmen zu einem schieren Bombast. Er wirkt, in seinem orchestralen Bombast, auch so, als hätten nicht nur die Besucher*innen, sondern auch Archive selbst etwas von ihrem Abend im RadioKulturhaus mitgenommen: Das kommende 80-minütige (!) Werk und ihre Headliner-Show im Gasometer im Herbst könnten ein neuer Höhepunkt in ihrer Karriere werden, so viel ist gewiss - denn das wird kompromisslos und emotional gleichermaßen!


Live-Termine


Archive - "Glass Minds & Not In My Name"

04. Oktober 2027 | Wien, Raiffeisen Halle im Gasometer


Infos auf dem Stand vom 07.10.2026  

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