Bild: Live Nation
70 Konzerte in 14 Städten innerhalb eines halben Jahres – wenn die deutsche Schlagerkönigin Helene Fischer auf Tour geht, dann werden keine halben Sachen gemacht. Doch nicht nur die schiere Quantität ist beeindruckend und weist internationales Format auf, auch qualitativ bekommen die Fans so einiges geboten. Zum bereits zweiten Mal kooperiert Fischer im Zuge ihrer aktuellen „Rausch“-Tour mit dem weltberühmten Cirque du Soleil und verschiebt mit einem kundigen Team die Grenzen des Möglichen. Oder möglich Geglaubten, denn wenn Helene in die Stadt kommt, ist man längst nicht mehr nur der Musik und ihrer Outfits wegen atemlos. „Gemeinsam mit dem Cirque du Soleil wollen wir echtes Neuland betreten und den Fans ein Erlebnis bieten, das es so vorher noch nicht gab“, gab die Künstlerin vor der Tour bekannt und weckte dabei nicht nur das Interesse der getreuen „Helenisten“, „wir wollen überwältigende Momente voller Emotionen schaffen, unsere unbändige Freude mit dem Publikum teilen. Einen wahren Rausch der Sinne kreieren.“
Tatkräftig unterstützt wird Fischer nicht nur vom akrobatischen Zirkus, sondern auch von einem engagierten Produktionsteam, das seit gut eineinhalb Jahren an der Umsetzung der Bühnen- und Showentwürfe feilte. Veranstaltungstechniker und Produktionsleiter Sebastian Pichel ist neben der Künstlerin und den Artisten hauptverantwortlich dafür, dass das Publikum knappe drei Stunden lang mit offenen Mündern staunen kann. Alle technischen Fragen laufen bei ihm zusammen, er dient als zentrale Schaltstelle für rund 70 Mitarbeiter, die Tag für Tag für die Bombast-Show im Einsatz sind: Selbst für einen etablierten Veteran wie Pichel ist die Produktion für Fischers „Rausch“-Tour noch einmal eine ganz andere Hausnummer.
„Für deutsche Verhältnisse ist die Show ziemlich imposant“, erzählt uns der 54-Jährige im Gespräch, „wir sind Woche für Woche mit 31 Trucks unterwegs, was eigentlich das Format einer riesengroßen Welttournee ist.“ Neben seinem fixen Team kommt Pichel pro Standort auf rund 150 Helfer und 20 Höhenarbeiter, die sich den unterschiedlichen Hallengegebenheiten stellen müssen. Da sich die Venues in Höhe und Beschaffenheit unterscheiden, ist jeder Aufbau in einer neuen Stadt eine neue Herausforderung. Fischer spielt pro Stadt fünf Shows mit einem Tag Pause zur Erholung. Montags wird das opulente Bühnensetting innerhalb von nur zwölf Stunden aufgebaut, dienstags müssen die Artisten des Cirque du Soleil und meist auch Helene selbst ihre Abläufe trainieren, um sich an die jeweilige örtliche Lage anzupassen. Ab Dienstagabend geht das Programm los. Abbau ist dann sonntags. „Von der letzten Aktion auf der Bühne bis zum Schließen der allerletzten Truck-Tür brauchen wir circa sechs Stunden“, so Pichel, „das ist schon eine ziemliche Gewaltleistung, die man eigentlich nicht mehr optimieren kann.“
Das gesamte Bühnenequipment wiege ungefähr 75 Tonnen – für normal große Konzertproduktionen reichen meist 40 Tonnen aus. „Wenn es nach den Machern und Designern des Cirque du Soleil geht, dann wären es wohl 120 Tonnen“, lacht Pichel. Neben der Logistik war vor allem die Konzeptionierung eine herausfordernde Angelegenheit. Wie schon bei der ersten Zusammenarbeit zwischen Fischer und dem Cirque wurde auch dieses Mal wieder versucht, das Limit des Mach- und Vorstellbaren zu erweitern. Jetzt kommt in der Liveproduktion etwa sehr viel Wasser zum Einsatz. „Damit habe ich noch nie gearbeitet“, erläutert der Berliner „wie wir alle wissen, verträgt sich Elektrik nicht so gut mit Wasser und daher stellt uns das vor eine besondere Herausforderung.“ Die artistische Komponente durch die Tänzer und Akrobaten sorgt für zusätzliche Schwierigkeiten in der Planung und Umsetzung. „Das Sicherheitskonzept muss noch viel strenger und klarer definiert sein, weil viel mehr passieren kann als bei einer normal großen Veranstaltung.“
Die nackten Zahlen für das Event der Superlative sprechen für sich. Für die einzigartigen Lichteffekte sorgen 5.000 einzeln steuerbare Scheinwerfer, die Videoprojektionen werden auf eine 35 Meter und 10 Meter hohe LED-Wand übertragen und für die Show wurden rund 120 maßgeschneiderte Kostüme und 130 Paar Schuhe entworfen – natürlich auch für Fischer selbst, die extrem hart trainierte und sich noch nicht einmal von einem Rippenbruch vor dem geplanten Tourauftakt im März aufhalten ließ. Mittels eines Roboterarms schwebt sie während der Show durch die Halle und kommt dabei mit dem Publikum fast auf Tuchfühlung. Die Mischung aus Tanz, Akrobatik und visuellen Effekten sind mittels modernster Technik kreiert und garantieren ein High-Class-Vergnügen, das ständig adaptiert wird. „Auch während der Tour werden immer wieder Dinge verbessert. Manches funktioniert in der Realität nicht nach Plan und das Hauptbestreben ist immer, den Workflow zu optimieren. Mit jeder einzelnen Tourstation werden wir schneller.“
Fischer indes hatte vergangenen Dezember in Kanada ihre intensivste Trainingsphase. Kein Spaziergang für die 38-Jährige, vor allem nicht nach der Baby- und Covid-Pause der letzten Jahre. Neben Kondition, Akrobatik und Agilität geht es schlussendlich auch um die Genauigkeit in den Choreografien. Man kann und muss es sagen, wie es ist: Helene Fischer und ihr riesengroßes Team leisten Schwerstarbeit für die aufwändigste Tour im musikalischen Segment. Rein technisch sei die Show wortwörtlich am Plafond angelangt. „Indoor geht wirklich nicht viel mehr, da ist das Ende der Fahnenstange erreicht. Würden wir damit Open-Air gehen, müssten wir alles noch einmal neu konzeptionieren, aber Stadionshows sind für Zirkusartisten eher unmöglich.“ Doch wer weiß, wenn jemand die Grenzen des Unmöglichen aushebeln kann, dann Fischer und der Cirque du Soleil. Um es mit den Worten Pichels zu sagen: „Die Magie erzeugen die Künstler und Stars – wir stellen ihnen nur die Mittel dazu bereit.“
Helene Fischer gastiert zwischen 5. und 10. September in der Wiener Stadthalle D. Beim Kauf von VIP-Tickets sichern Sie sich u. a. ein exklusives Geschenk und einen Erinnerungspass. Tickets gibt es bei oeticket.com.